Lenßens Tipp: Dürfen mit dem Diensthandy private Telefonate geführt werden?

Dienstag, 27.10.2015 Ingo Lenßen

„Ich arbeite schon seit über zehn Jahren in der Firma, trotzdem wurde mir gestern fristlos gekündigt. Der Personalleiter meinte, dass ich in meiner Freizeit mehrere längere private Telefonate mit meinem Diensthandy gemacht hätte. Deshalb sei die Handyrechnung deutlich überhöht gewesen. Das stimmt tatsächlich. Aber hätte man mich vorher nicht erst einmal abmahnen müssen?“

Grundsätzlich ist eine fristlose Kündigung ohne vorherige Abmahnung nur in sehr schweren Fällen gerechtfertigt, denn normalerweise hat jeder Arbeitnehmer eine zweite Chance verdient und muss bei kleineren Pflichtverstößen zuerst einmal abgemahnt werden. Die ausgiebige Nutzung eines Diensthandys gilt jedoch tatsächlich als ein schwerer Verstoß, und zwar insbesondere dann, wenn dem Arbeitgeber dadurch zusätzliche Kosten (z.B. durch Auslandstelefonate) entstehen. Die Dauer Ihrer Betriebszugehörigkeit spielt hier zwar durchaus eine Rolle, ist aber nicht entscheidend. Maßgeblich sind in erster Linie, wie oft Sie außerdienstlich telefoniert haben, sowie die Höhe der hierdurch entstandenen Kosten. Ob Ihr Vergehen jedoch tatsächlich die fristlose Kündigung rechtfertigt, sollten Sie unbedingt durch einen Anwalt oder vor Gericht klären lassen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landesarbeitsgericht Hessen AZ 17 Sa 153/11

Handy im Büro

Weitere Artikel

article
5148
Lenßens Tipp: Privates telefonieren mit Diensthandy
„Ich arbeite schon seit über zehn Jahren in der Firma, trotzdem wurde mir gestern fristlos gekündigt. Der Personalleiter meinte, dass ich in meiner Frei...
/news/ratgeber/lenssens-tipp-privates-telefonieren-mit-diensthandy
27.10.2015 10:08
http://www.advopedia.de/var/advopedia/storage/images/media/images/handy-buero-getty_images/103120-1-ger-DE/handy-buero-getty_images_contentgrid.jpg
Ratgeber

Kommentare