Lenßens Tipp: Um wie viel kann ich meine Miete bei einem Mangel mindern? (A-F)

Montag, 17.08.2015 Ingo Lenßen

Wenn Sie Ihre Miete mindern wollen, müssen Sie von Ihrer Bruttomiete ausgehen, also Ihrer Kaltmiete zuzüglich der Betriebskosten. Zwar entscheiden deutsche Gerichte unterschiedlich, dennoch sollte Ihnen die folgende Auflistung (A - F) eine kleine Orientierungshilfe sein:

(Quelle: Ingo Lenßen „Die Lücke im Gesetz. Wie man ungestraft davonkommt“, Riva-Verlag)

Ausfall der Sprechanlage

a)  1–5 % bei defekter Gegensprechanlage

b)  3 % bei defekter Wohnungsklingel

c)  2–10 % bei defekter Klingel- und Gegensprechanlage

Badewanne

a)  3 % bei defektem Abfluss

b)  20 % bei Unbenutzbarkeit

c)  24 % ,wenn der Gebrauch der Badewanne durch eine neue Hausordnung auf wenige Stunden in der Woche eingeschränkt wird (woran man sich im Übrigen nicht halten muss)

Balkon

a)  3 % bei Unbenutzbarkeit wegen Reparaturbedürftigkeit

b)  2 % bei Schwergängigkeit der Balkontür (breiter Riss)

Bauarbeiten

a)  15 % bei Straßenbaumaßnahmen

b)  10–20 % bei Baulärm aufgrund des Baus einer ICE-Trasse

c)   80 %, wenn umfangreiche Bauarbeiten im Haus wie z.B. Dachgeschoss-Ausbauten vorgenommen werden

d)  100 %, wenn umfangreiche Bauarbeiten zum Teil auch in der Mietwohnung stattfinden

Beschimpfung

      10 %, wenn man vom Hauswart beschimpft wird

Bodenbeläge

a)  4,65 %, wenn sich der Teppichboden vom Untergrund löst

b)  15 % bei tatsächlicher Stolpergefahr aufgrund des Teppichbodens

c)   0 %: Knarrende Dielen und unebene Fußböden sind bei Altbauten kein Mangel!

Briefasten

a)  1 % bei Funktionsuntüchtigkeit

b)  0,5 % bei zu kleinem Schlitz

Dachgeschossausbau

      33 % für die darunterliegende/n Wohnung/en

Durchlauferhitzer

      3 %, wenn er nicht kontinuierlich Warmwasser liefert

Dusche

a)  5 %, wenn kein Warmduschen ohne Störung möglich ist

b)  16 % bei Nichtfunktionsfähigkeit der Dusche

c)  33 %, wenn die einzige Bade- und Duschmöglichkeit nicht funktioniert

Einsturzgefahr der Wohnzimmerdecke

a)  30 %, wenn das Wohnzimmer nicht mehr benutzt werden kann

b)  20–30 % bei Deckendurchbruch

Fahrstuhl

     10 %, wenn er ausfällt

Fenster (undicht)

a)  5 % bei Nässeschäden

b)  20 % bei defektem Fenster

c)  20 % bei Schimmelbildung

d)  3 % bei Mangelhaftigkeit des Schlafzimmerfensters

e)  5 % bei blinder, feuchtigkeitsbeschlagener Isolierglasscheibe

f)   5 % bei Luftdurchlässigkeit und schlechter Schließbarkeit

Fernsehempfang

    10 % bei erheblichen Störungen

Feuchtigkeit

a)  20 %, wenn es in der Wohnung feucht ist

b)  5 % bei einem Feuchtigkeitsfleck

c)  20 %, wenn sich Tapeten lösen und verfärben

d)  20 % bei Deckenfeuchtigkeit im Wohnzimmer

e)  50 %, wenn die Wände feucht sind

f)   25  %  bei Schimmelbildung und Feuchtigkeitsflecken in zwei Räumen

g)   80 %  bei  Feuchtigkeit in Küche, Wohn- und Schlafzimmern (Aufenthalt nahezu unmöglich)

h)  100 %, wenn die Wohnung zum Wohnen nicht mehr geeignet ist auf Grund von Luftfeuchtigkeit und Gestank

i)  10 % bei Feuchtigkeit in den Kellerräumen

j)  100 % bei Durchfeuchtung der Wände und Rattenbefall im Umfeld

k)  50 % bei schweren Feuchtigkeitsschäden wie z.B. Tropfwasser an der Decke und nasser Teppichboden

Fliesenfugen

     2 %, wenn Fugen herausbrechen

Taschenrechner

Weitere Artikel

article
3058
Lenßens Tipp: Mietminderung bei Mangel A-F
Wenn Sie Ihre Miete mindern wollen, müssen Sie von Ihrer Bruttomiete ausgehen, also Ihrer Kaltmiete zuzüglich der Betriebskosten. Zwar entscheiden deuts...
/news/ratgeber/lenssens-tipp-mietminderung-bei-mangel-a-f
17.08.2015 15:30
http://www.advopedia.de/var/advopedia/storage/images/media/images/taschenrechner/47770-1-ger-DE/taschenrechner_contentgrid.png
Ratgeber

Kommentare