Lenßens Tipp: Kündigung wegen erschlichener Pausen?

Mittwoch, 18.05.2016 Ingo Lenßen

„Ich gestehe, ich habe ab und zu, wenn ich mich zur Pause „ausgecheckt“ habe, den Finger zwischen dem Chip meiner Arbeits-Chipkarte und dem elektronischen Zeitmesser gehalten. So hat die Maschine meine Pause nicht erfasst. Das tun doch viele hin und wieder! Nun hat mich mein Chef aber dabei erwischt und mir fristlos gekündigt! Dabei arbeite ich schon seit vielen Jahren in dem Betrieb und habe mir nie etwas zu Schulden kommen lassen! Das ist doch völlig übertrieben, oder?“

Leider nein! Denn in einem ganz ähnlichen Fall hat ein Arbeiter, der ebenfalls seit über 25 Jahren in einer Firma gearbeitet hat, innerhalb von 3 Monaten ca. 3,5 Stunden Pausenarbeit erschlichen. Auch er bekam die fristlose Kündigung, und die Richter entschieden, dass dies gerechtfertigt sei. Sie werden also im Zweifel schlechte Karten haben, wenn Sie gegen die Kündigung klagen. Gehen Sie aber trotzdem unbedingt zu einem Fachanwalt für Arbeitsrecht und lassen sich dort noch einmal ganz genau beraten!

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landesarbeitsgericht Frankfurt Urt. v. 17.02.2014, Az. 16 Sa 1299/13

§§ 626 ff. BGB

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Lenßens Tipp: Kündigung wegen erschlichener Pausen
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18.05.2016 07:00
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