Lenßens Tipp: „Kuckuckskind“ - Muss man den leiblichen Vater preisgeben?

Sonntag, 12.04.2015 Ingo Lenßen

„Nach der Trennung kam es heraus: Meine Frau hat mich betrogen. „Unser“ Sohn ist gar nicht mein Sohn. Aber auch wenn ich mein „Kuckuckskindüber alles liebe, finde ich nun , dass der leibliche Vater mir den Unterhalt, den ich jahrelang gezahlt habe, zurückzahlen soll. Nur will mir aber meine - mittlerweile Ex-Frau - nicht sagen, wer der wirkliche Vater ist. Muss sie mir nicht Auskunft geben?“

Nein, das muss sie leider nicht. Anders als es der Bundesgerichtshof und viele andere Gerichte bislang annahmen, hat nun das Bundesverfassungsgericht kürzlich ganz anders entschieden: Es gibt keinen Auskunftsanspruch für Sie als „Scheinvater“! Nach Meinung der Richter wiegt nämlich das „allgemeine Persönlichkeitsrecht der Mutter“ schwerer als Ihr Interesse, den Namen des leiblichen Vaters zu erfahren. 

Eine schwer kritisierte Entscheidung!

Diese Entscheidung ist allerdings schwer umstritten, da Scheinväter somit doppelt betrogen sind: Erst um die Wahrheit über das eigene Kind und dann noch um den Unterhalt, den sie aufgrund dieses Urteils nicht vom wirklichen Vater zurückfordern können.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Art. 1 i.V.m. Art. 2 Abs. 1 GG

BVerfG Beschl. v. 24.02.2015, 1 BvR 472/14

Mann mit Tochter am Meer

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12.04.2015 07:00
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