Lenßens Tipp: Müssen Autofahrer nass gespritzten Fußgängern die Reinigungskosten bezahlen?

Sonntag, 17.01.2016 Ingo Lenßen

„Gestern wurde ich von einem Autofahrer nass gespritzt, weil dieser durch eine Pfütze neben dem Bordstein gebrettert ist. Die Flecken in meiner Kleidung waren so hartnäckig, dass ich diese in die Reinigung bringen musste. Muss der Autofahrer mir die Kosten ersetzen?“

Das kommt ganz auf die Umstände an: Sollte sich der Fahrer an das geltende Tempolimit gehalten haben, kann man ihm keinen Vorwurf zu machen! Denn kein Autofahrer ist dazu verpflichtet, nur im Schritttempo durch Pfützen zu fahren. Außerdem sind die Gerichte der Meinung, dass Sie als Fußgänger mit so etwas bei Regenwetter rechnen und deswegen entsprechende Kleidung anziehen müssen.

Trotzdem:

Nach § 1 StVO gilt bei der Teilnahme am Straßenverkehr ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. Das heißt, jeder hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt oder gefährdet wird. Wenn also der Autofahrer mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war, oder wenn die Pfütze und Sie schon von weitem für den Fahrer gut erkennbar gewesen waren, haben Sie unter Umständen tatsächlich Anspruch auf die Reinigungskosten. Ob der Fahrer dann allerdings die kompletten Kosten oder nur einen gewissen Teil davon übernehmen muss, werden dann wohl die Richter entscheiden müssen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landgericht Itzehoe, Beschl. v. 24.02.2011, Az. 1 S 186/10

Auto auf regennasser Straße

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