Lenßens Tipp: Service-Hotline für Verspätungen - darf die Bahn Geld dafür verlangen?

Dienstag, 25.11.2014

„Wer Informationen will, soll zahlen“, lautete jahrelang die Devise bei der Bahn. Als ob Verspätungen noch nicht ärgerlich genug wären, musste man bis jetzt als Kunde eine teure Service-Hotline anwählen, um konkrete Informationen über die Verspätung zu bekommen. Doch darf die Bahn das eigentlich?

Darf sie nicht! Denn das grenzte eigentlich schon fast an Dreistigkeit, und deswegen erließ nun das Eisenbahnbundesamt eine Anordnung, wonach der Bahn-Konzern seine Fahrgäste aktiv und kostenlos mittels Anzeigetafeln oder Geräten für Durchsagen über Verspätungen informieren muss. Dagegen klagte jedoch die Bahn, da derzeit ca. 300 deutsche Bahnhöfe und Stationen noch nicht mit solchen technischen Hilfsmitteln ausgestattet sind. Und ein Umbau und Nachrüsten würde natürlich Geld kosten…

Notorische Geldnot

Das Gericht entschied nun auch in zweiter Instanz, dass die Bahn tatsächlich eine Pflicht zur aktiven Unterrichtung der Fahrgäste über Zugausfälle und Verspätungen hat. Dies darf auch nicht an den erforderlichen Umbaukosten scheitern. Ziel ist, bis Ende 2015 ca. 99,8 Prozent aller Stationen mit elektronischen Informationssystemen auszustatten. Ob dieser Zeitplan eingehalten wird, bleibt jedoch nur zu hoffen …

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen Urt. v. 16.05.2014 Az. 16 A 494/13

Bahnsteig bei Nacht

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