Lenßens Tipp: Motorradunfall – muss das Land haften, weil die Straße zu rutschig war?

Donnerstag, 14.04.2016 Ingo Lenßen

„Vor einem Jahr hatte ich einen schweren Motorradunfall, als mir meine Maschine auf regennasser Fahrbahn plötzlich wegrutschte, obwohl ich vorsichtig fuhr. Die Straße war extrem rutschig, um eine Sanierung hatte sich aber nie jemand bemüht. Kann ich vom Land jetzt Schadensersatz verlangen?“

Ja, das können Sie tatsächlich! Die Landesbetriebe für Straßenbau müssen nämlich dafür Sorge tragen, dass der Fahrbahnbelag auch für Motorradfahrer ausreichend griffig ist. Das nennt man eine sogenannte „Verkehrssicherungspflicht“. Und wenn eine Sanierung notwendig, aber nicht finanzierbar ist, muss zumindest die maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit begrenzt werden (z.B. auf 30 km/h). Hat sich darum niemand bemüht, trägt das Land an dem Unfall eine Mitschuld in Höhe von etwa 75 Prozent, die restlichen 25 Prozent werden Sie allerdings selber begleichen müssen, da Sie eine gewisse Mitschuld tragen, da Motorradfahren von Natur aus gefährlich ist.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Urt. v. 18.12.2015, Az. 11 U 166/14)

Motorrad im Regen

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Lenßens Tipp: Haftung bei Unfall auf rutschiger Straße
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