Lenßens Tipp: Kind verletzt Kind auf Wasserrutsche - Wer haftet?

Donnerstag, 23.06.2016 Ingo Lenßen

„Mein elfjähriger Sohn ist vor kurzem im Freibad beim Spielen auf der Wasserrutsche verunglückt und hat sich dabei die Schneidezähne ausgeschlagen. Doch zu dem Unfall ist es nur gekommen, weil sein Freund ihn gegen seinen Willen an den Beinen festgehalten und ihm dann einen Schubs von hinten gegeben hatte. Kann ich jetzt die Zahnarztkosten und Schmerzensgeld für mein Kind verlangen?“

Nein, können Sie nicht. Denn in einem ganz ähnlichen Fall hatten die Eltern eines verletzten Kindes ebenfalls Schadensersatz und 5.000 Euro Schmerzensgeld für die ausgeschlagenen Zähne verlangt - doch sie haben vor Gericht verloren.

Spieltrieb und Forscherdrang

Die Begründung der Richter: Der Unfall sei lediglich die Folge kindlichen Spieltriebs und Forscherdrangs gewesen. Und beim Spielen würden nun einmal Unfälle passieren. Kinder und Jugendliche hätten nun einmal noch kein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein für die Folgen ihres Handelns. Deshalb könne in dem Fall einem anderen Kind kein Vorwurf gemacht werden. Mit der Toberei in der Wasserrutsche seien die Kinder zwar ein Risiko eingegangen, rechtlich zur Rechenschaft gezogen werden könnten sie dafür aber nicht.

"Tödliches Vergnügen am Baggersee"

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landgericht Hannover, Urteil vom 11. Februar 2016, Aktenzeichen: 8 O 80/15  

Zahnlücke

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23.06.2016 13:25
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