Lenßens Tipp: Wie komme ich an den Schmuck dran?

Dienstag, 22.03.2016 Ingo Lenßen

„Jahrelang habe ich eine alte Frau im Altersheim besucht, bis sie letzte Woche verstorben ist. Schon zu Lebzeiten hat sie zu mir gesagt, dass ich ihren Schmuck bekommen soll. Ich hätte mich schließlich mehr um sie gekümmert als ihre eigenen Kinder, das hätte sie auch in ihr Testament geschrieben. Als ich den Schmuck jetzt aber mitnehmen wollte, hat ein Pfleger gesagt, dass ich das nicht dürfe. Ihre Kinder als Erben entscheiden über den Schmuck. Ist das wahr? Geht der Wille der Toten nicht vor?"

Der Pfleger hat tatsächlich Recht: Sie dürfen sich den Schmuck nicht einfach so nehmen, Testament hin oder her! Denn die Erben - hier die Kinder der Verstorbenen - werden ab dem Todeszeitpunkt automatisch Eigentümer vom gesamten Nachlass. Sie hingegen sind nur ein sogenannter „Vermächtnisnehmer“. 

Doch keine Angst:

Nur weil die Erben Eigentümer des Schmucks sind, heißt das noch lange nicht, dass diese den Schmuck auch behalten dürfen. Denn da die ältere Dame Ihnen den Schmuck testamentarisch vermacht hat, haben Sie einen Anspruch gegen die Erben auf Verschaffung des Schmucks. Den können Sie im Notfall auch gerichtlich durchsetzen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

§§ 1922, 2174 BGB

Ältere Dame mit Begleitung beim Einkauf

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Lenßens Tipp: Eigentümer und Vermächtnisnehmer
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22.03.2016 07:25
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