Lenßens Tipp: Kann man wegen Baustellenlärm Baustopp erzwingen?

Samstag, 08.08.2015 Ingo Lenßen

„Auf dem Nachbargrundstück finden seit Wochen unerträglich laute Bauarbeiten statt. Schon mehrmals habe ich meinen Nachbarn gesagt, dass ich es so nicht mehr aushalte. Aber der meinte nur, dass er eine Baugenehmigung hätten und es auf einem Bau „halt manchmal etwas lauter werde“. Muss ich das so hinnehmen?“

Nein, das müssen Sie nicht. Zwar darf Ihr Nachbar das geplante Projekt mithilfe der Baugenehmigung verwirklichen, das muss aber so „lärmschonend“ wie möglich erledigt werden. Das heißt, er ist dazu verpflichtet, alle zumutbaren Möglichkeiten zur Lärmminderung auch auszuschöpfen. Macht er das nicht, sollten Sie zuerst das Baurechtsamt von dem Lärm informieren. Wenn dieses dann nicht reagiert, könnten Sie mit einem Eilverfahren vor Gericht gehen, um Maßnahmen zur Lärmminderung zu erzwingen. Und wenn Ihr Nachbar selbst dann nichts am Lärm ändert, kann sogar ein Baustopp verfügt werden. Wichtig ist aber, dass Sie die Störungen „beweissicher“ dokumentieren und den Geräuschpegel ggf. von einem Profi messen lassen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Verwaltungsgericht Stuttgart Beschl. v. 05.02.2015, Az. 10 S 2471/14

Baustelle, Lärm

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08.08.2015 08:24
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