Lenßens Tipp: Zwangsversteigerung des Eigenheims - Kann man was dagegen tun?

Sonntag, 01.05.2016 Ingo Lenßen

„Wir erleben gerade unseren schlimmsten Alptraum. Mein Mann ist seit einem Jahr arbeitslos und hat seit einigen Monaten eine tiefe Depression. Weil wir unsere Schulden nicht mehr bezahlen können, will die Bank nun unser Haus versteigern lassen. Das Haus ist derzeit aber alles, was meinem Mann noch ein bisschen Rückhalt gibt. Auf die Straße geht er seit seiner Depression sowieso nicht mehr. Er hat mir sogar gesagt, dass er sich umbringen will, wenn das Haus wirklich weg kommt... Kann man die Versteigerung denn irgendwie aufhalten?“

Ja, das können Sie. Denn die Situation, in der Sie und Ihr Mann sich befinden, ist eine sogenannte „schwere Notlage“. Und genau für solche Fälle hat man den Paragraphen § 765a ZPO geschaffen. Der besagt: „Wenn die Versteigerung wegen ganz besonderer Umstände eine Härte bedeutet, die mit den guten Sitten nicht vereinbar ist, ist die Versteigerung zumindest zeitweise anzuhalten!“ Wenn bei Ihrem Mann also wirklich Suizidgefahr besteht, ist das genau dieser Fall. Das müssten Sie dann allerdings mit einem psychologischen Gutachten nachweisen. 

Das müssen Sie aber wissen:

Die Zwangsversteigerung wird jedoch fortgesetzt, sobald es Ihrem Mann wieder besser geht. Es handelt sich also nur um eine kurzfristige Lösung. Aber sie gewährt immerhin etwas Aufschub, in dem sich vielleicht ein paar Dinge regeln lassen…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

§ 765a ZPO

Mann auf Balkon

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01.05.2016 08:00
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