Lenßens Tipp: Muss ein Arbeitszeugnis per Post zugeschickt werden?

Samstag, 11.07.2015 Ingo Lenßen

„Selbst jetzt, nachdem mein Arbeitsverhältnis beendet ist, versucht mein ehemaliger Chef, mich zu schikanieren. Er weigert sich, mir mein Arbeitszeugnis per Post zuzuschicken und meint, ich müsse es mir schon bei ihm persönlich abholen. Ich halte das für eine Unverschämtheit, zumal ich nun 100 km weit entfernt wohne.“

Es klingt unglaublich, aber grundsätzlich hat Ihr Arbeitgeber Recht. Denn ein Arbeitnehmer hat eine sogenannte „Hol-Schuld“, das heißt, er muss eigentlich sein Arbeitszeugnis an der Dienststelle selbst abholen. Sie können aber diese Hol-Schuld zu Ihren Gunsten auch in eine „Bring-Schuld“ umwandeln.  

Wie? 

Ganz einfach! Sie schicken Ihrem Arbeitgeber einen an ihn adressierten Brief mit einem ausreichend frankierten Rückumschlag, in welchem er das Zeugnis verschicken muss. Denn diese Vorgehensweise ist von der Rechtsprechung akzeptiert und abgesegnet! Da Sie 100 km von Ihrem ehemaligen Arbeitsplatz entfernt wohnen, wäre es Ihnen nämlich unzumutbar, eine derart weite Strecke zu fahren, nur um das Schriftstück persönlich abzuholen. 

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg Beschluss v. 12.12.2014 - AZ: 16 Ta 1771/14

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11.07.2015 14:41
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