Ihre Fahrgastrechte beim Fernbus

Donnerstag, 18.05.2017

Verspätung, Überbuchung, verlorenes Gepäck – wie bei Bahn- und Flugreisen geht auch bei der Fahrt mit dem Fernbus öfter mal etwas schief. Als Kunde von Busunternehmen genießen Sie seit 2013 auf längeren Strecken folgende Fahrgastrechte.

Seit März 2013 gilt die EU-Verordnung Nr. 181/2011, in der die Fahrgastrechte im Kraftomnibusverkehr geregelt sind. Die Fahrgastrechte für den Fernbus gelten damit nicht nur bundesweit, sondern in allen Staaten der Europäischen Union.

Recht auf Information

Die Fahrgastrechte beim Fernbus beginnen bei der Informationspflicht der Busunternehmen, falls es zu Verspätungen bei der Abfahrt kommt. Sie besteht laut EU-Verordnung „schnellst möglichst“, spätestens jedoch 30 Minuten nach der geplanten Abfahrtszeit.

Recht auf Fahrpreis-Erstattung

Bei geplanten Routen ab 250 Kilometern Länge haben Sie in folgenden Fällen das Recht auf die volle Erstattung des Fahrpreises:

  • bei Überbuchung
  • wenn die Busfahrt annulliert wird
  • wenn sich die Abfahrt um mehr als zwei Stunden verspätet und Sie die Fahrt daher nicht mehr antreten wollen.

Ab 90 Minuten Verspätung ist der halbe Fahrpreis zu erstatten.

Recht auf Versorgung

Die Fahrgastrechte im Fernbus sichern Ihnen bei Verspätung ab 90 Minuten Mahlzeiten und Getränke zu, die vom Busunternehmen kostenlos anzubieten sind. Kann die Fahrt erst am Folgetag weitergehen, haben Sie auch das Recht auf Übernahme der Übernachtungskosten.  Bis zu zwei Nächte (max. je 80 Euro) muss das Busunternehmen Ihnen im Notfall zahlen.

Bei Unfällen hat das Busunternehmen Erste Hilfe zu leisten und Sie darüber hinaus mit Verpflegung, Unterbringung und Kleidung zu versorgen.

Recht auf Entschädigung bei verlorenem Gepäck

Geht Gepäck auf einer Fahrt mit dem Fernbus verloren, haben Sie ein Anrecht auf Entschädigungszahlung. Die Höhe sichtet sich nach dem Zeitwert des Gepäcks. Zum Nachweise des Inhalts kann ein Foto hilfreich sein. Die Haftung ist auf 1.200 Euro pro Gepäckstück begrenzt.

Ansprüche anmelden

Kommt es aufgrund von Stau oder extremen Witterungsbedingungen zu deutlich längeren Fahrzeiten als geplant, steht Ihnen keine Entschädigung zu, bei Verzögerungen aufgrund von Pannen und Unfällen jedoch schon. Es empfiehlt sich grundsätzlich, ein Beschwerde-Formular auszufüllen, das von den Busunternehmen ausgeteilt wird oder im Internet erhältlich ist, da oftmals Kulanzregelungen angeboten werden.

Kommt das Busunternehmen seinen Pflichten nicht nach, steht Ihnen zusätzlich eine Entschädigung in Höhe von 50 Prozent des Bustickets zu. Sie haben für das Anmelden Ihrer Ansprüche drei Monate Zeit. Das Unternehmen muss binnen 30 Tagen reagieren und innerhalb von drei Monaten eine Entscheidung treffen. Passiert nach der Monatsfrist nichts, wenden Sie sich kostenlos an eine der „Schlichtungsstellen für den öffentlichen Personenverkehr“ (SÖP) der Bundesregierung. 

20170518_fahrgastrechte_fernbus_dolgachov-iStock

Weitere Artikel

article
7472
Verspätung, Überbuchung: Als Kunde von Busunternehmen genießen Sie seit 2013 auf längeren Strecken bestimmte Fahrgastrechte.
/news/ratgeber/ihre-fahrgastrechte-beim-fernbus
18.05.2017 14:30
http://www.advopedia.de/var/advopedia/storage/images/media/images/20170518_fahrgastrechte_fernbus_dolgachov-istock/144836-1-ger-DE/20170518_fahrgastrechte_fernbus_dolgachov-istock_contentgrid.jpg
Ratgeber

Kommentare