Gibt es einen Anspruch auf Urlaubsabgeltung?

Freitag, 14.07.2017

Der Urlaub soll der Erholung dienen, deshalb darf er nicht ausbezahlt werden. Nur wenn der Urlaub nicht gewährt werden kann, ist eine Abgeltung durch den Arbeitgeber erlaubt. In welchen Fällen Anspruch auf Urlaubsabgeltung besteht.

Sie sparen auf eine große Anschaffung und wollen sich den Urlaub in diesem Jahr lieber auszahlen lassen? Das geht leider nicht, denn der Gesetzgeber sieht keine Wahlmöglichkeit vor. Auch ihr Arbeitgeber hat hier keinen Ermessensspielraum. Bietet er seinen Mitarbeitern Geld statt Urlaub an, macht er sich strafbar. Die Urlaubstage müssten dann trotz Zahlung gewährt werden.

Nur wenn der Urlaub tatsächlich nicht genommen werden kann, besteht ein Anspruch auf Zahlung für die unverbrauchten Urlaubstage. Das regelt Paragraph 7 Absatz 4 Bundesurlaubsgesetz.

In diesen Fällen besteht Anspruch

Im Gesetz ausdrücklich erwähnt ist die Beendigung des Arbeitsverhältnisses als Grund für einen Anspruch auf Urlaubsabgeltung. Die noch ausstehenden Urlaubstage sind vom Arbeitgeber beim Ausscheiden des Mitarbeiters auszubezahlen. Vorrang hat aber auch hier die Gewährung des Urlaubs, so zeitlich möglich.

Wenn wegen längerer Krankheit der Urlaub nicht bis zum 31. März des folgenden Kalenderjahres genommen werden kann, verfällt er nicht, sondern muss abgegolten werden. Das hat der Europäische Gerichtshof in zwei Urteilen 2009 und 2011 entschieden.

Nach der geltenden EU-Richtlinie verfällt der gesetzliche Urlaubsanspruch nun erst 15 Monate nach Ende des Jahres, in dem er erworben wurde. Eine längere Ansammlung von Ansprüchen ist also auch hier nicht möglich.

Weitergehende Urlaubsansprüche aus Arbeits- oder Tarifverträgen können kürzere Fristen haben. Üblich sind zwei bis sechs Monate. Danach verfallen die zusätzlichen Urlaubstage auch weiterhin.

Elternzeit als Grund für Urlaubsabgeltung

Wenn Arbeitnehmer Elternzeit nehmen und sich bei einer Frau auch mehrere Geburten aneinanderreihen, verjährt der Urlaubsanspruch dennoch nicht. Urlaubstage, die sie vor der Elternzeit nicht nehmen konnte, sind ihr laut Gesetz nach der Elternzeit im laufenden oder darauf folgenden Urlaubsjahr zu gewähren. Endet das Arbeitsverhältnis, besteht auch Anspruch auf Urlaubsabgeltung aus der Zeit vor dem Mutterschutz.

Geldscheine als Angebot zur Urlaubsabgeltung

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14.07.2017 10:25
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