GEZ: Wie errechnen sich die Rundfunkgebühren eigentlich?

Freitag, 13.10.2017

Rundfunkgebühren sind eine Zwangsabgabe, die von jedem Haushalt in Deutschland zu entrichten sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob Radio und TV vorhanden sind. Derzeit müssen 17,50 Euro pro Monat bezahlt werden. 

Die Rundfunkgebühren dienen dazu, die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu sichern. Er soll staatsfern und  ohne Abhängigkeit von der werbenden Industrie berichten können. Die Gelder werden also dazu verwendet, ein Programm zu produzieren, das dem öffentlichen Auftrag und dem Bildungsanspruch der Sender entspricht. Die Höhe der Gebühren richtet sich damit nach dem Bedarf, den die Sender turnusgemäß geltend machen und von der KEF genehmigt bekommen. 

Wieviel Geld ist verfügbar?

Das Gebührenaufkommen liegt derzeit bei rund acht Milliarden Euro im Jahr. Das Geld wird über den GEZ-Nachfolger „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“  eingezogen.

Wer erhält die Mittel?

Die Milliarden fließen an insgesamt 22 TV-Sender, 67 Radiostationen und zahlreiche Online-Angebote. Auch die Landesmedienanstalten als Aufsichtsbehörden erhalten ihre Gelder aus den Gebühren. Nicht berücksichtigt werden Privatsender und die Deutsche Welle, die steuerbasiert arbeitet.

Wie werden die Gelder verteilt?

Die Verteilung der Mittel, und damit im Rückschluss auch die Basis der Gebühren-Berechnung, ist öffentlich verfügbar. Von den 17,50 Euro fließen 12,37 Euro an die ARD-Anstalten und 5,13 Euro an ZDF, Deutschlandradio (0,48 Euro) und Landesmedienanstalten (0,33 Euro).

Bei Interesse: ARD und ZDF veröffentlichen auch eine feinere Aufteilung der Mittel nach Programmen und Themen. Daraus lässt sich zum Beispiel ablesen, was die Sport- im Vergleich zur Politikberichterstattung kostet und welcher Anteil in die Produktion von Tatort und Polizeiruf 110 gesteckt wird.  

Warum steht das Gebührensystem in der Kritik?

Ein unabhängiger öffentlich-rechtlicher Rundfunk hilft, die Demokratie zu sichern. Auch viele Kritiker stimmen darin überein. Kritisiert wird, dass die Gelder ineffizient genutzt werden und oft ein zu seichtes Programm entsteht. Fälle wie der Skandal um die Nicht-Verlängerung des Vertrages von Ex-ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender scheinen zudem zu belegen, dass die Staatsferne in der Praxis nicht zu gewährleisten ist. Dies würde jedoch das gesamte verfassungsrechtlich ohnehin umstrittene System in Frage stellen.  

Mann vor dem Fernseher

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13.10.2017 11:25
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