Führerscheinentzug: So können Sie ihn umgehen

Donnerstag, 27.07.2017

Acht Punkte oder mehr, dann ist der Führerschein weg, zumindest für eine gewisse Zeit. Ist die Punkte-Grenze einmal erreicht, gibt es kaum noch eine Chance, dem Führerscheinentzug zu entgehen. Davor ist jedoch einiges möglich.

Wer sich an die Straßenverkehrsordnung hält, hat keine Punkte auf dem Konto, dafür aber mehr Geld. Dies sei schon der guten Form halber vorausgeschickt.

Grenzwerte kennen

Neben den Verkehrsregeln lohnt es aber auch, das seit Mai 2014 geltende Punktesystem zu kennen. So lassen sich manche Verstöße bewusst vermeiden, die schnell zu Punkten und damit Richtung Führerscheinentzug führen.

Ein gutes Beispiel dafür sind Geschwindigkeitsüberschreitungen, bei denen eine gewisse Punkte-Toleranz besteht. So fällt der erste Punkt erst an, wenn Sie mit mindestens 21 km/h über dem Erlaubten unterwegs sind. Wer es genau auf diese 21 km/h bringt, hatte also vielleicht nicht nur Pech, sondern kannte auch die Schwellenwerte nicht. Ab 31 km/h zu viel gibt es übrigens innerorts (41 km/h außerorts) schon zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot.  

Nicht jeden Bußgeldbescheid akzeptieren

Nicht jedes Blitzgerät ist korrekt geeicht, so manche Strafe damit ungerechtfertigt. Ein Einspruch kann also lohnen, muss aber zwingend binnen 14 Tagen nach Zustellung erfolgen. Rechtsanwälte raten, zunächst keine Angaben zur Sache selbst zu machen und sich professionellen Rat zu holen.

Punkte abbauen

Jeder „Sünder“ hat die Möglichkeit, in einem Fahreignungsseminar einen Punkt abzubauen. Die meisten kommen allerdings erst auf die Idee, wenn es zu spät ist und der Führerscheinentzug unmittelbar droht. Der Abbau eines Punktes ist nur möglich, wenn nicht mehr als fünf Punkte auf dem Flensburger Konto sind. Auch dies ist nur einmal innerhalb von fünf Jahren möglich.

Auf Formalien pochen

Damit Sie nicht vom Punktestand überrascht werden können, sind die Behörden zu einer schriftlichen Mitteilung verpflichtet. Diese erfolgt in Form einer Ermahnung (4-5 Punkte) und in Form einer Verwarnung (5-6 Punkte). Geschieht dies nicht, kann eine Klage lohnen. Das Bundesverwaltungsgericht hat allerdings gerade erst bekräftigt (26.01.2017, 3 C 21.15), dass die Fahrerlaubnisbehörde selbst Kenntnis vom jeweils aktuellen Punktestand haben muss. Wird ein älterer Verstoß später bekannt, steht damit also noch nicht mit in der schriftlichen Verwarnung, kann der Führerschein bei Erreichen der Punktegrenze dennoch entzogen werden. 

Junge Frau zeigt ihren Führerschein im Auto

Weitere Artikel

article
7815
Führerscheinentzug: So können Sie ihn umgehen
Acht Punkte oder mehr, dann ist der Führerschein weg, zumindest für eine gewisse Zeit. Ist die Punkte-Grenze einmal erreicht, gibt es kaum noch eine Cha...
/news/ratgeber/fuehrerscheinentzug-so-koennen-sie-ihn-umgehen
27.07.2017 10:25
http://www.advopedia.de/var/advopedia/storage/images/news/ratgeber/fuehrerscheinentzug-so-koennen-sie-ihn-umgehen/151754-1-ger-DE/fuehrerscheinentzug-so-koennen-sie-ihn-umgehen_contentgrid.jpg
Ratgeber

Kommentare