Fotografieren verboten: Das besagt die Panoramafreiheit

Montag, 29.05.2017

Wenn Sie eine Stadt besichtigen und dort interessante Kunstobjekte oder Gebäude sehen, dürfen Sie diese fotografieren und die Bilder veröffentlichen. Basis ist die sogenannte Panoramafreiheit, die trotz der bestehenden Urheberrechte des Künstlers oder Architekten im öffentlichen Raum gilt.

Die Panoramafreiheit schränkt das Urheberrecht ein, wenn sich die geschützten Kunst- oder Bauwerke an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden. Laut Paragraph 59 des Urheberrechtsgesetzes darf dort ohne Zustimmung des Urhebers fotografiert, gemalt oder gefilmt werden. Aufnahmen im Innern von Gebäuden sind nicht gestattet, ebenso wie Veränderungen. Ansonsten ist nicht nur die Aufnahme, sondern auch deren Wiedergabe und Veröffentlichung erlaubt, ob teilweise oder vollständig, authentisch oder verfremdet.

Geltungsbereich der Panoramafreiheit

Eine Einschränkung für die gewerbliche Nutzung gibt es jedoch: Die Kunstwerke müssen „bleibend“ im öffentlichen Raum installiert sein. Christo und Jeanne Claude konnten durch diesen Passus im Gesetz erreichen, dass Fotos des von ihnen verhüllten Berliner Reichstags nur mit ihrer Genehmigung vermarktet werden durften. Auch wenn bei Gebäuden oder dauerhaft aufgestellten Kunstwerken keine Einwilligung nötig ist: Der Urheber muss bei jeder Veröffentlichung genannt werden.

Wie sich das Urheberrecht definiert, erklären wir hier.

Was darf ich ohne Erlaubnis fotografieren?

Die Panoramafreiheit bezieht sich auf das gesamte Straßenbild. Alle öffentlich zugänglichen Gebäude, Garten- und Parkanlagen, Brunnen, Denkmäler sowie Skulpturen sind damit eingeschlossen.

Aufnahmen durchs Fenster ins Innere selbst einer öffentlichen Einrichtung oder Ausstellung sind nicht erlaubt. Der Grund: Jedes Foto gilt rechtlich als Kopie des urheberrechtlich geschützten Kunstwerks. Diese ist nur mit Einwilligung des Künstlers zulässig – es sei denn, das Kunstwerk befindet sich „panoramafrei“ und dauerhaft im öffentlichen Raum.

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