Formfehler vermeiden beim Testament

Mittwoch, 12.04.2017

Jeder vierte Bundesbürger hinterlässt ein Testament, um die gesetzliche Erbfolge auszuhebeln. Gibt es keine Angehörigen, fällt der Nachlass ohne Testament an den Staat. Formfehler machen ein Testament jedoch häufig ungültig.

Ein Testament kann auf zweierlei Arten verfasst werden: eigenhändig oder notariell. Beim Notar sind Sie vor Formfehlern sicher. Dafür zahlen Sie eine Gebühr, deren Höhe vom zu hinterlassenden Vermögen abhängt. Preiswerter ist ein eigenhändiges Testament.

Nur ein handgeschriebenes Testament gilt

Der häufigste Fehler beim eigenhändigen Testament ist, es nicht handschriftlich zu verfassen. Der gesamte Text, also jeder Buchstabe von der Überschrift „Testament“ bis zur Unterschrift, muss eigenhändig geschrieben sein. Heißt: Ganz oder teilweise per Computer verfasste, ausgedruckte und lediglich unterschriebene Testamente sind ungültig.

Verfassen Eheleute gemeinsam ein eigenhändiges Testament, genügt es, wenn einer den Text handschriftlich aufsetzt und beide unterschreiben. Video- oder Tonaufnahmen sind grundsätzlich nicht zulässig.

Genaue Angaben schützen vor Missverständnissen

Achten Sie beim eigenhändigen Testament darauf, dass Sie als Verfasser eindeutig zu identifizieren sind. Wichtig ist die Verwendung Ihres vollständigen Namens und der korrekten Unterschrift, um spätere Anfechtungen zu vermeiden. Die Angaben inklusive Signatur sollten den offiziellen Ausweisdokumenten entsprechen.

Weitere Angaben wie Ihr Geburtsdatum, Geburtsname (geb. Mustermann) und Geburtsort schützen im Zweifel vor Verwechslungen. Auch wenn keine zwingenden Formvorschriften dafür bestehen, ist im Interesse der Begünstigten auf Eindeutigkeit zu achten.   

Formfehler bei Datum und Ort im Testament

Datum und Ort der Testaments-Ausstellung können entscheidend sein. Denn handelt es sich tatsächlich um den letzten Willen? Diese Frage stellt sich vor allem, wenn mehrere Versionen des Testaments vorgelegt werden.

Beim gemeinsamen Testament unterschreiben beide Eheleute jeweils mit Datum und Ort. Die Unterschriften sollten unterhalb des Textes stehen. Werden später Zusätze gemacht, ist auch eine neuerliche Unterzeichnung ratsam.

Weitere Formfehler beim Testament

Ein eigenhändiges Testament darf nur von einer Person aufgesetzt werden, die das 18. Lebensjahr vollendet hat und im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte ist. Das notarielle Testament ist bereits ab 16 Jahren möglich. 

Mann verfasst Testament

Weitere Artikel

article
7335
Jeder vierte Bundesbürger hinterlässt ein Testament, um die gesetzliche Erbfolge auszuhebeln. Gibt es keine Angehörigen, fällt der Nachlass ohne Testame...
/news/ratgeber/formfehler-vermeiden-beim-testament
12.04.2017 09:17
http://www.advopedia.de/var/advopedia/storage/images/news/ratgeber/formfehler-vermeiden-beim-testament/142208-2-ger-DE/formfehler-vermeiden-beim-testament_contentgrid.jpg
Ratgeber

Kommentare