Ehegatten-Splitting: Die steuerlichen Vorteile einer Lebenspartnerschaft

Mittwoch, 19.04.2017

Mit dem Ehegatten-Splitting können Paare in Deutschland schnell einige tausend Euro sparen. Wie viel genau, hängt ab von der Höhe der Bezüge, vor allem aber an deren Verteilung zwischen den Lebenspartnern. Verheiratet sein müssen Sie für diese Ersparnis nicht, eine eingetragene Partnerschaft braucht es jedoch. 

„Zusammenveranlagung“ heißt das wertvolle Kästchen im Mantelbogen der Steuererklärung, das für viele Paare den Wert eines Kleinwagens besitzt. Machen Sie hier Ihr Kreuz, treten äußerst vorteilhafte Regelungen in Kraft, zumindest im Vergleich zu Singles. Grundsätzlich gilt: Je weiter die Einkommen der Partner auseinander liegen, desto höher kann die Ersparnis ausfallen.

Das Prinzip des Ehegatten-Splittings

Das Prinzip ist leicht erklärt: Das zu versteuernde Einkommen der gemeinsam veranlagten Partner wird zunächst addiert. Verdient der eine 90.000 Euro im Jahr und der andere 10.000, ergeben sich gemeinsam 100.000 Euro. Dieser Betrag wird nun halbiert, womit auf jeden 50.000 Euro entfallen. Versteuert werden dann 2x 50.000 Euro, was erheblich günstiger ist, als eine Versteuerung der Ausgangswerte. Mehr als 15.000 Euro Ersparnis sind damit drin.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Partner mit ähnlichen Einkommen kaum vom Splitting profitieren. Bei 50:50 liegt die Ersparnis bei null. Am stärksten begünstigt sind Alleinverdiener – also noch immer der gut verdienende Mann im Büro und die Hausfrau daheim.

Ehegattensplitting in der Kritik

Für den Staat ist das Ehegatten-Splitting richtig teuer. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) beziffert die mögliche Ersparnis bei einer getrennten Veranlagung auf rund 15 Milliarden Euro pro Jahr. Zugleich würde, so das DIW, der Anreiz zum Jobeinstieg für nicht arbeitende Partner erhöht.

Das Steuer-Minus im Portemonnaie eines durchschnittlichen Paares würde durch die diskutierte Neuregelung rund  900 Euro im Jahr betragen. Geht man davon aus, dass die Milliarden zum Beispiel gezielt in Kindereinrichtungen investiert würden, käme das Geld jedoch auf anderem Wege zurück – dann vielleicht mit einem Fokus auf die Familien, nicht nur auf Paare.     

Steuerberater mit Ehepaar

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19.04.2017 09:10
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