Diese gesetzlichen Rahmenbedingungen gelten bei einer Vaterschaftsfeststellung

Mittwoch, 13.09.2017

Die Feststellung der Vaterschaft erfolgt durch das Amts- oder Familiengericht. Hier muss auch der entsprechende Antrag eingereicht werden.  Es gelten enge Regeln, die in Paragraph 1600d BGB festgehalten sind. 

Alternativ zur gerichtlichen Feststellung der Vaterschaft ist auch eine freiwillige Vaterschaftsanerkennung möglich. Die Mutter muss dieser Anerkennung allerdings zustimmen, sofern sie das Sorgerecht besitzt.

Wer kann die gerichtliche Vaterschaftsfeststellung beantragen?

Berechtigt ist nur ein enger Personenkreis:

  • das Kind, im Falle der Minderjährigkeit vertreten durch das Jugendamt
  • die Kindesmutter
  • der Mann, der von einer biologischen Vaterschaft ausgeht

Die Vertretung des Kindes durch das Jugendamt muss von der Mutter beantragt werden. Der vermutete biologische Vater ist nicht dazu berechtigt.

Sonderfall Kindesgeburt in der Scheidungsphase

Lebt ein Ehepaar in Scheidung – diese ist eingereicht aber noch nicht vollzogen – und die Frau bringt ein Kind von ihrem neuen Partner zur Welt, ist ein verkürztes Verfahren möglich. Dieses sieht vor, dass der biologische Partner die Vaterschaft anerkennt und die Mutter und der rechtliche Partner dem zustimmen. In diesem Fall kann das Jugend- oder Standesamt bestätigen, dass der in der Geburtsurkunde genannte Vater nicht der leibliche Vater ist.    

Ablauf der Vaterschaftsfeststellung

Will der mögliche Vater seine Vaterschaft feststellen lassen, kann er dies zunächst einseitig beurkunden lassen. Das geschieht im Regelfall beim Standesamt, das sich dann an die Kindesmutter wendet. Wenn diese nicht reagiert, kann so der Prozess der gerichtlichen Feststellung in Gang gesetzt werden.

Ist der Antrag bei Gericht eingereicht, bestellt dieses einen Sachverständigen, der mit der Durchführung beauftragt wird. Die Beteiligten sind in der Folge aufgerufen, unter Aufsicht beim Gesundheitsamt oder einem Facharzt eine DNA-Probe abzugeben. Ist diese positiv, gilt die Vaterschaft als festgestellt.  

Sonderfall bei Volljährigkeit des Kindes

Ist das Kind bereits volljährig und haben alle Antragsberechtigten kein Interesse an der Feststellung der Vaterschaft, kann es nicht von Dritten erzwungen werden. Sogenannten Scheinvätern fehlt damit die rechtliche Handhabe, mögliche Forderungen gegen den biologischen Vater durchzusetzen. 

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