Das Wichtigste zum Thema Erbrecht

Montag, 10.07.2017

Das Erbrecht regelt, was mit dem Eigentum eines Menschen bei seinem Tod geschieht und wer als Erbe dieses Nachlasses berechtigt ist. Das Erbrecht ist in Deutschland als Grundgesetz in der Verfassung in Artikel 14 garantiert. Das sind die wichtigsten Eckpunkte. 

Das Erbrecht bestimmt, wer den Nachlass eines Toten erbt. Falls kein Testament verfasst und kein Erbvertrag geschlossen wurde, gilt in Deutschland automatisch die gesetzliche Erbfolge. Danach erben natürliche Abkömmlinge, also Kinder des Toten, jeweils zu gleichen Teilen. Der Anteil des Ehepartners beträgt 50 Prozent, sofern eine Zugewinngemeinschaft bestand.  

Gibt es keine Kinder, erben neben dem überlebenden Ehepartner die Eltern des Toten den Familienanteil von 25 Prozent, nach ihrem Tod jeweils deren Nachkommen. Der Ehepartner erhält 75 Prozent. War der Verstorbene ledig, wird das Erbe unter den nächsten Verwandten aufgeteilt.

Wenn ein Testament die Erbfolge anders bestimmt, beträgt der Pflichtteil der Verwandten ersten und zweiten Grades und des Ehepartners zusammen 50 Prozent des Erbes.

Auch Schulden gehören zum Erbe

Das Erbe setzt sich aus Vermögen und Schulden zusammen und kann von jedem Erbberechtigten nur vollständig angenommen oder komplett ausgeschlagen werden. Schlagen alle Berechtigten und ihre jeweilige Abkömmlinge das Erbe aus, fällt der Nachlass an den Fiskus.

Nach Bekanntwerden des Todes oder nach Testamentseröffnung durch das Nachlassgericht am letzten Wohnort des Verstorbenen, beträgt die Frist zum Annehmen oder Ausschlagen des Erbes sechs Wochen. Wird das Erbe nicht angetreten, hat sich laut § 1615 BGB dennoch der nächste unterhaltspflichtige Angehörige, um die Beerdigung des Verstorbenen zu kümmern. Er trägt auch die Bestattungskosten.

Nach dem geltenden Erbrecht sind von den Erben grundsätzlich die Kosten der Bestattung zu tragen (§ 1968 BGB). Eine gesetzliche Pflicht zur Grabpflege besteht jedoch nicht.

Enterben und enterbt werden

Das Erbrecht garantiert als Grundrecht jedem Menschen die Entscheidung darüber, was nach seinen Tod mit seinem Eigentum geschieht. Die geltenden Gesetze beschränken diese Freiheit nur hinsichtlich des Pflichtteils für Ehegatten, eingetragene Lebenspartner und nahe Verwandte. So kann zwar per Testament eine Person als Alleinerbe eingesetzt werden. Kinder oder Eltern sowie Ehepartner behalten aber dennoch den gesetzlichen Anspruch (Pflichtteil) auf ihren Anteil des Vermögens von 50 Prozent. Nur in Ausnahmefällen wie Mord an dem Toten dürfen Pflichtteil-Berechtigte enterbt werden.

Das Erbrecht füllt das gesamte fünfte Buch des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Die Paragraphen 1922–2385 BGB regeln Fragen zum Testament, der Erbfolge und zu den Erben. Danach gehören beispielsweise auch zum Todeszeitpunkt bereits gezeugte, aber noch nicht geborene Kinder zu den Erbberechtigten des Verstorbenen.   

Hausrat zählt zum Nachlass

Zu den Hinterlassenschaften des Verstorbenen zählt auch dessen Hausrat in Form von Möbeln und Haushaltsgegenständen. Diese fallen wie Hochzeitsgeschenke beim Tod an den überlebenden Ehe- oder Lebenspartner. War zum Todeszeitpunkt vom Erblasser bereits die Scheidung eingereicht oder hatte er der Scheidung zugestimmt, wird der Noch-Ehepartner beim Pflichterbe nicht berücksichtigt.

Erbrecht: Regelung des Nachlasses

Weitere Artikel

article
7751
Das Wichtigste zum Thema Erbrecht
Das Erbrecht regelt, was mit dem Eigentum eines Menschen bei seinem Tod geschieht und wer als Erbe dieses Nachlasses berechtigt ist. Das Erbrecht ist in...
/news/ratgeber/das-wichtigste-zum-thema-erbrecht
10.07.2017 14:16
http://www.advopedia.de/var/advopedia/storage/images/news/ratgeber/das-wichtigste-zum-thema-erbrecht/150346-1-ger-DE/das-wichtigste-zum-thema-erbrecht_contentgrid.jpg
Ratgeber

Kommentare