Das sollten Sie über die gesetzliche Erbfolge wissen

Mittwoch, 12.07.2017

Wenn ein Mensch vor seinem Tod keine Erbregelung durch ein Testament oder einen Erbvertrag trifft, gilt in Deutschland automatisch die gesetzliche Erbfolge. Wie die Erbreihenfolge festgelegt ist, lesen Sie hier.

Je nachdem, ob der Verstorbene Kinder hatte oder kinderlos war, ledig oder verheiratet, unterscheidet sich der Kreis der Erbberechtigten und ihr prozentualer Anteil am Nachlass. Auch bei einem anderslautenden Testament werden die Pflichtanteile auf diese Weise ermittelt und addieren sich zusammen auf die Hälfte des gesamten Erbes.

Erbreihenfolge bei Verheirateten mit Kindern

Bei Eheleuten ohne Erbvertrag teilt sich der überlebende Partner den Nachlass mit den Kindern je zur Hälfte. Familienangehörige zweiter Ordnung, also Eltern, Geschwister, Nichten, und Neffen, haben keinen Anspruch auf das Erbe, solange ein Verwandter ersten Grades lebt.

Besteht ein Erbvertrag, was bei Verheirateten häufig der Fall ist, kann der Partner als Alleinerbe eingesetzt werden. Die Kinder erben dann erst, wenn beide Elternteile verstorben sind. Ein Alleinerbe des Partners ohne Testament oder Erbvertrag wäre nur möglich, wenn es keine anderen Erben gibt, als weder Kinder noch Enkel, Eltern oder Großeltern.   

Erbreihenfolge bei Verheirateten ohne Kinder

In einer kinderlosen Ehe mit Gütertrennung erbt der Partner 50 Prozent, bei einer Zugewinngemeinschaft 75 Prozent des Nachlasses. Das Verbleibende teilen sich die Mutter und der Vater des Verstorbenen, sofern sie noch am Leben sind. Anderenfalls werden ihre  Abkömmlinge gefragt, ob sie das Erbe antreten wollen. Das sind dann also die Brüder und/oder Schwestern des Verstorbenen, nach ihrem Tod deren Kinder, also die Nichten und Neffen des Erblassers.

Erbreihenfolge bei Ledigen mit Kindern

Bei unverheirateten Paaren oder Geschiedenen erben alles deren Kinder zu gleichen Teilen.

Erbreihenfolge bei Ledigen ohne Kinder

Bei ledigen und kinderlosen Verstorbenen erben die Verwandten, beginnend mit den Eltern und deren Abkömmlingen. Gibt es keine Verwandten zweiter Ordnung, kommen nach der gesetzlichen Erbfolge die Verwandten dritter Ordnung an die Reihe, die Großeltern des Verstorbenen und ihre Abkömmlinge. Lebt auch davon niemand mehr, ist die Verwandtschaft viertes Grades erbberechtigt, die Urgroßeltern und ihre Nachfahren. 

Regelung des späteren Erbes

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