Das müssen Sie beachten, wenn Sie ein Testament verfassen

Mittwoch, 02.08.2017

Ein Testament sollte inhaltlich eindeutig sein und allen formalen Ansprüchen genügen. Nur so ist die Gültigkeit garantiert. Auch ein Streit unter den Erben kann damit verhindert werden. So schreiben Sie Ihr Testament: 

Das eigene Testament muss, so nicht notariell erstellt, vollständig handschriftlich verfasst und von Ihnen persönlich unterzeichnet sein. Bei mehreren Seiten ist jede Seite zu unterzeichnen.

Handschriftliches Testament: Klarheit schaffen

Stellen Sie zunächst eindeutig klar, dass es sich bei dem Schreiben um Ihr aktuelles Testament handelt, indem Sie es mit „Mein Testament“ oder „Mein letzter Wille“ überschreiben und den Ort und das Datum angeben. Im Kopf sollte zudem Ihre vollständige Adresse genannt werden.

Am Ende des Dokuments unterschreiben Sie persönlich über Ihrem vollständig angegebenen Namen. Achten Sie darauf, dass Ihre Signatur nicht von der in amtlichen Dokumenten abweicht.

Testament schreiben und hinterlegen

Wollen Sie Zweifel ausschließen, können Sie das Dokument anschließend beim Amtsgericht an Ihrem Wohnort hinterlegen. Sie erhalten dafür einen Hinterlegungsschein und eine Quittung über die fällige Gebühr. Diese beträgt pauschal 75 Euro.

Wollen Sie später noch Ergänzungen vornehmen, folgen Sie demselben Schema. Achten Sie auf das aktuelle Datum. Nur so ist ersichtlich, dass es sich tatsächlich um Ihren „letzten“ Willen handelt.

Inhaltliche eindeutig: Wer erbt was?

Aus dem Testament muss eindeutig hervorgehen, wem Sie was hinterlassen wollen. Die benannten Erben sind mit vollem Namen, Geburtsdatum und Geburtsort zu nennen und der gewünschte Erbteil ist klar zuzuweisen. Wollen Sie einen Angehörigen enterben, ist dies ebenfalls deutlich auszudrücken.

Wollen Sie einen bestimmten Gegenstand, zum Beispiel ein Möbelstück, einer ausgewählten Person aus der Erbfolge überlassen, so erklären Sie, ob der Wert auf den Erbteil angerechnet werden soll.

Testamentsvollstrecker bestimmen

Gerade bei einem unübersichtlichen Nachlass oder zerstrittenen Erben kann der Erblasser eine Person seines Vertrauens als Testamentsvollstrecker bestimmen. Er erhält die Vollmacht, sich um alle Belange im Zusammenhang mit dem Erbe zu kümmern.

Salvatorische Klausel

Stellen Sie sicher, dass das Testament gültig bleibt, auch wenn es in einzelnen Teilen nicht umsetzbar sein sollte, zum Beispiel, weil der gesetzliche Pflichtteil nicht genau bedacht wurde. Möglich ist das unter Verwendung der Salvatorischen Klausel. Lassen Sie sich im Zweifelsfall anwaltlich beraten. 

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