Cyber-Mobbing – was tun?

Montag, 24.04.2017

Belästigt, verunglimpft und bloßgestellt – Cyber-Mobbing greift die Seele an. Der Online-Täter ist nicht leicht zu ermitteln und das Löschen der unerwünschten Bilder oder Texte ein schwieriger Prozess. Aber gerade deshalb heißt die Devise: nicht verzweifeln, ruhig bleiben und Hilfe suchen.    

Opfer von Cyber-Mobbing fühlen sich oft allein und alleingelassen. Sie sind es aber nicht. Zum einen ist die Zahl der Betroffenen hoch – Studien zufolge hat schon jeder fünfte Jugendliche schlimme Erfahrungen mit dem Thema Mobbing im Internet gemacht. Zum anderen gibt es private und professionelle Hilfe, von Eltern und Freunden bis hin zu den Netzbetreibern und der Polizei.

Schritt für Schritt aus der Cyber-Mobbing-Falle

Cyber-Mobbing tut weh, (Über-) Reaktionen helfen jedoch wenig. Der erste Schritt sollte daher nicht der Antwortversuch auf die Mobbing-Angriffe sein, sondern der Gang zu Freunden, Eltern oder Vertrauenspersonen aus der Schule oder dem Verein. Gemeinsam lässt sich dann mit (halbwegs) kühlem Kopf entscheiden, welche Maßnahmen erforderlich und sinnvoll sind.

Fällt der Gang zu einem Vertrauten am Anfang noch schwer, können Hilfevereine die richtige Adresse sein, um sich Rat zu holen. Angeboten wird dieser zum Beispiel vom Verein Kummer e.V., nicht nur, aber auch bei Problemen mit Cyber-Mobbing. Die Telefonnummer für Kinder und Jugendliche lautet 116 111, Eltern wählen die 0800 111 0 550.

Kampf gegen Cyber-Mobbing – technische Möglichkeiten    

Ja nachdem, über welche Plattform der Angriff erfolgt, lassen sich Gegenmaßnahmen treffen. Das kann zum Beispiel eine neue E-Mail-Adresse oder Handynummer sein. Soziale Netzwerke bieten Funktionen wie „Nutzer ignorieren“ an, die den Angreifer dauerhaft aussperren können. Bei einer unerlaubten Veröffentlichung von Bildern, Videos, Beleidigungen oder Fake-Profilen kann der jeweilige Netzwerkbetreiber die Inhalte löschen. Die Polizei rät dazu, dies immer wieder zu tun oder zu veranlassen, auch wenn damit kein Schutz vor einer neuerlichen Verbreitung über andere Kanäle garantiert ist.

Beweise sichern und Anzeige erstatten

Cyber-Mobbing ist kein Kavaliersdelikt. Das heißt, der Täter kann strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Sichern Sie daher eine Kopie der beleidigenden Inhalte und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Gerade aufgrund der wachsenden Zahl an Delikten ist das Thema in den Dienststellen angekommen und es gibt Erfahrungen über geeignetes Vorgehen. Lassen Sie sich beim Gang zur örtlichen Polizeistation von einem Freund oder einer Freundin begleiten – moralische Unterstützung kann beim Schildern der Situation nicht schaden.  

Vor dem Schaden klug sein

Das Risiko von Cyber-Mobbing lässt sich minimieren und diese Möglichkeiten sollten Sie nutzen. Dreierlei steht dabei im Vordergrund: die Kenntnis der Programme, also vor allem der Einstellungen bei der Privatsphäre, die zeitnahe Ausführung aller Sicherheitsupdates und die strikte Einhaltung des Mottos: weniger ist mehr. Gehen Sie also grundsätzlich vorsichtig mit der Veröffentlichung persönlicher Daten um. Die vollständige Adresse oder Handynummer gehört nicht ins Profil der sozialen Netzwerke. Veröffentlichen Sie keine hochauflösenden Portraits, die für falsche Papiere missbraucht werden können. Schränken Sie den Personenkreis ein, dem Sie Zugriff gewähren. Nicht hinter jeder Freundschaftsanfrage steckt tatsächlich ein Freund.

Vorsicht ist auch bei sehr privaten Aufnahmen geboten. Das freizügige Material kann später womöglich an ganz falscher Stelle wieder auftauchen.     

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