Aufsichtspflicht von Kindern im Supermarkt

Donnerstag, 01.06.2017

Eltern haften für ihre Kinder: Diese Regel stimmt, aber nur unter bestimmten Bedingungen. So müssen die Eltern ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt haben, als das Kind den Schaden verursacht hat. So sieht die Gesetzeslage zur Aufsichtspflicht im Supermarkt aus.

Die Aufsichtspflicht ist im Bürgerlichen Gesetzbuch in Paragraph 1626 geregelt. Danach haben die Eltern für ihr minderjähriges Kind zu sorgen. Das Wohl des Kindes steht dabei im Mittelpunkt. Dazu gehört auch „die wachsende Fähigkeit und das wachsende Bedürfnis des Kindes zu selbständigem verantwortungsbewusstem Handeln“. Das Maß für die Aufsichtspflicht ist daher vom Entwicklungsstand des Kindes abhängig. Werden Händler oder Kunden geschädigt, weil Eltern die Aufsichtspflicht im Supermarkt vernachlässigt haben, wird vor Gericht stets eine Einzelfallentscheidung gefällt. Das Alter des Kindes spielt dabei eine wesentliche Rolle. 

Kleinkinder ständig in der Nähe behalten

Kleine Kinder bis zu drei Jahren müssen nach Ansicht von Gerichten besonders stark beaufsichtigt werden. Entwischen diese jedoch aus dem Kinderwagen oder lösen sich kurz von der Hand der Mutter, haften die Eltern dennoch nur bedingt. Blick- oder Hörkontakt genügt grundsätzlich, um die Aufsichtspflicht im Supermarkt bei umherlaufenden Kindern zu gewährleisten. Kommen dennoch Personen oder Ware zu Schaden, müssen Eltern dafür nicht in jedem Fall haften.

Ausnahmen von der Aufsichtspflicht

Von einer Verletzung der Aufsichtspflicht im Supermarkt werden Eltern oft gänzlich freigesprochen, wenn sie ihr zum „Tatzeitpunkt“ nicht nachkommen können. Das ist etwa beim Bezahlvorgang an der Kasse der Fall. Zerstört ein Kind vom Einkaufswagen aus oder hinter Ihrem Rücken unbeobachtet ein Ei oder reißt eine Flasche aus dem Regal, muss für diesen Schaden eher der Händler aufkommen, da er gefährdete Ware zu leicht zugänglich macht.

Keine Aufsichtspflicht besteht im Supermarkt für größere Kinder. Ab dem sechsten Lebensjahr dürfen sie bereits allein einkaufen gehen, wenn die Eltern es ihnen zutrauen. Mit vollendetem siebten Lebensjahr gelten Kinder als deliktfähig und werden für Schäden selbst haftbar gemacht, sofern sie die Folgen ihres Handelns beurteilen können.

Gibt es bei größeren Schäden im Supermarkt keine Kulanz, greift die Haftpflichtversicherung ein. Familien sollten sie dringend abschließen.

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01.06.2017 20:00
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