Arbeitsunfall: Besteht Meldepflicht?

Dienstag, 04.07.2017

Erleiden Sie in Ausübung Ihrer beruflichen Tätigkeit einen gesundheitlichen Schaden, gilt dieser als Arbeitsunfall. Es besteht Meldepflicht, sobald der erlittene Schaden zu einer Arbeitsunfähigkeit führt, die länger als drei Tagen andauert.

Bei der erlittenen Verletzung kann es sich sowohl um einen körperlichen als auch um einen psychischen Schaden handeln. Versichert ist dabei nicht nur der Unfall am Arbeitsplatz selbst, sondern auch der Unfall auf dem direkten Arbeitsweg, bei betrieblichen Veranstaltungen oder auf Dienstreisen.

Wichtige Voraussetzungen dafür: Der Schaden darf nicht selbst verursacht sein, zum Beispiel durch Alkoholeinfluss, und er muss einen beruflichen Zusammenhang haben. Wer sich zum Beispiel in der Mittagspause beim sportlichen Joggen verletzt, kann nicht auf den Versicherungsschutz hoffen.

Wieso besteht eine Meldepflicht?

Die Regulierung von Arbeitsunfällen übernimmt der jeweilige Versicherungsträger der gesetzlichen Unfallversicherung, also die Berufsgenossenschaft oder die Unfallkasse von Bund und Ländern. Die Zahlung, die beträchtlich sein kann, setzt allerdings voraus, dass sich der Versicherer ein klares Bild vom Unfallhergang machen kann. Und somit zu einer Einschätzung kommt, ob es sich tatsächlich um einen Arbeitsunfall handelt und ob keine Pflichtverletzungen vom Arbeitgeber oder dem Verletzten selbst vorliegen.

Das setzt zum einen eine zeitnahe Information voraus, die bei schweren Verletzungen oder Todesfällen sofort erfolgen sollte. Für leichtere Verletzungen besteht eine Meldepflicht von drei Kalendertagen, den Unfalltag selbst nicht eingeschlossen.

Zum anderen muss ein ärztliches Gutachten vorliegen, das bei schweren Verletzungen durch einen vom Versicherungsträger anerkannten Facharzt zu erstellen ist. Der ärztliche Bericht geht dann in Kopie direkt an den Versicherer.  

Pflichten des Arbeitgebers

Durch einen Arbeitsunfall (gemäß SGB VII Sozialgesetzbuch) ergeben sich für den Arbeitgeber gleich mehrere Meldepflichten. Neben der Unfallanzeige, die gegebenenfalls auch vom Betriebsrat abzuzeichnen ist, muss das Staatliche Amt für Arbeitsschutz über den Unfall unterrichtet werden. Das geschieht im Regelfall über eine Kopie der Unfallanzeige.

Hinweis: Eine Meldepflicht besteht nicht nur bei einem plötzlichen Unfall-Ereignis, sondern auch bei Berufskrankheiten. Hier muss schon der Verdacht vom Arbeitgeber gemeldet werden, und zwar binnen drei Tagen. Eine bereits erfolgte ärztliche Einschätzung setzt dies nicht voraus. 

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