Arbeiten im Freien: Regeln zum Hitzeschutz

Mittwoch, 09.08.2017

Wer im Freien arbeitet, freut sich über schönes Wetter. Doch die Sonne ist gefährlich, wenn sie intensiv vom Himmel strahlt. Der Kreislauf kann versagen und die Haut leidet. Hitzeschutz ist dringend nötig. Denn Hautkrebs als Berufskrankheit ist auf dem Vormarsch, gerade im Baugewerbe. 

Arbeiten in der Sonne braucht effektiven Schutz. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind gefragt: Aufklärung, Schutzmaßnahmen und Kontrollen gehören beim Hitzeschutz zusammen. Kommt der Arbeitgeber seiner Fürsorgepflicht nicht nach, muss er mit einer Anklage rechnen.

Hitzefrei im Arbeitsleben?

Die Arbeitswelt kennt kein hitzefrei? Doch, sagt der Gesetzgeber: Denn zumindest Arbeitsräume dürfen spätestens ab Innentemperaturen von +35 Grad nicht mehr genutzt werden. Das Arbeiten hier wäre unzumutbar. Fehlt es an räumlichen Alternativen, fällt die Arbeit aus. Das sagt das Arbeitsschutzgesetz  (BAUA, ASR A3.5).

Zum Hitzeschutz sind die Arbeitgeber aber schon weit vorher verpflichtet. Auf Basis einer Gefährdungsbeurteilung müssen Maßnahmen ergriffen werden, die zum Beispiel vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Ab 27 Grad sind Arbeitszeitverkürzungen notwendig. Und wie sieht es mit dem Hitzeschutz im Freien aus?

Problem offen kommunizieren, flexibel reagieren

Starke Sonneneinstrahlung bei der Arbeit lässt sich nicht immer vermeiden. Es muss jedoch alles unternommen werden, um keinen Dauerzustand daraus zu machen. Viele Maßnahmen zum Hitzeschutz sind relativ leicht zu realisieren und dennoch effektiv.

Als vordringlich gilt, die Arbeiter für die Gefahren der Sonne zu sensibilisieren. Nur wer das Risiko von gesundheitlichen Schäden ernst nimmt, wird sein Verhalten entsprechend anpassen. Hier eine Liste der wichtigsten Schutzmaßnahmen für die Arbeit bei Hitze im Freien.  

Die Arbeitgeber sollten:

  • Die Arbeitszeiten bei Hitze neu regeln, also auf die kühleren Morgen- und Abendstunden ausweichen. Außenarbeiten in der Mittagshitze sind zu  vermeiden.
  • Häufig genutzte Arbeitsorte und Pausenflächen großflächig beschatten.
  • Besprühungsanlagen mit Wasser einsetzen.
  • Schwere körperliche Arbeiten bei Hitzephasen untersagen.
  • Auf die strikte Einhaltung von Pausen achten.
  • Kostenlose Getränke bereitstellen. Empfohlen werden zwei bis drei Liter Wasser pro Tag und Person.

Die Arbeitnehmer sollten:

  • Für ausreichenden Hautschutz sorgen. Dazu zählen eine Kopfbedeckung und eine Brille mit UV-Schutz. Arme und Beine sollten möglichst bedeckt sein.
  • Freiliegende Hautbereiche mehrfach täglich mit Sonnenschutzmittel einreiben (Lichtschutzfaktor >30).
  • Verstärkt auf Probleme bei Kollegen achten, im Notfall einen Arzt verständigen.

Gefährdete Personen, werdende und stillende Mütter, Arbeiter mit Vorerkrankungen und ältere Arbeitnehmer brauchen besonderen Schutz. Können keine ausreichenden Vorsorgemaßnahmen getroffen werden, besteht ein Recht auf Freistellung.

Schutz hat Vorrang

Arbeitsstättenverordnung und Arbeitsschutzgesetz sind in ihrer Kernaussage eindeutig. Eine Gefährdung für Leben und Gesundheit muss mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten verhindert werden. Der Arbeitgeber kann für Schäden haftbar gemacht werden, die aus Leichtsinn und mangelndem Hitzeschutz resultieren.

Der effektive Hitzeschutz ist dabei auch von wirtschaftlichem Interesse, selbst wenn verkürzt gearbeitet werden muss. Die Unfallversicherer müssen jedes Jahr hohe Millionenbeträge ausgeben, um gesundheitliche Schäden durch Hitze und Sonneneinstrahlung zu finanzieren.  

Arbeiter auf einem Dach im Sonnenschein

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09.08.2017 14:25
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