Anschnallpflicht im Urlaub: So viel kostet der fehlende Gurt

Dienstag, 20.06.2017

Seit 2006 gilt europaweit die Anschnallpflicht im Auto. Die Bußgelder für einen nicht angelegten Gurt fallen jedoch national sehr unterschiedlich aus. Die Spannbreite reicht von 25 Euro bis zu 600 Euro. Das kostet der fehlende Gurt in einzelnen Ländern.

Lassen Sie sich besser nicht in Spanien, Griechenland oder Großbritannien ohne angelegten Gurt im Auto erwischen. Diese Länder sind die europäischen Spitzenreiter in Sachen Bußgeld. Bis zu 600 Euro drohen beim Verstoß gegen die Anschnallpflicht im Vereinten Königreich. In Griechenland kostet das Vergehen mindestens 350 Euro, in Spanien mindestens 200.

Deutschland liegt mit 30 Euro an der unteren Grenze der Strafgelder. Weniger kostet der fehlende Gurt nur in Bulgarien, Polen, der Slowakei und auf Malta.

Bußgelder bei Verstoß gegen die Anschnallpflicht nach Ländern

  • Belgien ab 50 Euro
  • Bulgarien ab 25 Euro
  • Dänemark 200 Euro
  • Deutschland 30 Euro
  • Estland bis 190 Euro
  • Frankreich ab 135 Euro
  • Finnland 35 Euro
  • Griechenland ab 350 Euro
  • Großbritannien bis 600 Euro
  • Irland ab 60 Euro
  • Italien ab 80 Euro
  • Lettland 30 Euro
  • Litauen 30 Euro
  • Luxemburg 75 Euro
  • Litauen ab 30 Euro
  • Malta 25 Euro
  • Niederlande 120 Euro  
  • Österreich ab 35 Euro
  • Polen 25 Euro
  • Portugal ab 120 Euro
  • Rumänien ab 30 Euro
  • Schweden 170 Euro
  • Schweiz 50 Euro
  • Slowakei ab 20 Euro
  • Slowenien 120 Euro
  • Spanien ab 200 Euro
  • Tschechien ab 80 Euro
  • Ungarn ab 50 Euro
  • Zypern 85 Euro

Vier Jahrzehnte Anschnallpflicht in Deutschland

Die europäische Anschnallpflicht wurde 2006 eingeführt. In Deutschland galt bereits ab 1976 die Pflicht für den Fahrer, sich anzuschnallen. Drei Jahre später wurde die Gurtpflicht dann auch auf den Beifahrer und die Mitfahrer auf den Rücksitzen ausgeweitet. Doch erst die Einführung eines Bußgeldes in Höhe von 40 DM führt 1984 dazu, die Anschnallpflicht auch wirklich durchzusetzen.

Noch heute, so geht aus europaweiten Erhebungen im Auftrag von Ford hervor, schnallt sich jeder dritte Erwachsene über 40 Jahren auf dem Rücksitz nie oder meist nicht an. Als angelegt gilt ein Sicherheitsgurt übrigens erst, wenn er ordnungsgemäß über der Schulter liegt und nicht etwa unter dem Arm entlang führt.

Zusätzliche Anschnallpflicht für Kinder

Erwachsene tragen für sich selbst Verantwortung, die Gurtpflicht einzuhalten. Bei minderjährigen Fahrzeuginsassen haben sie darauf zu achten, dass diese ebenfalls ordnungsgemäß angeschnallt sind. Kinder bis zu einer Körperhöhe von 150 Zentimeter  müssen auf einem Kindersitz angeschnallt werden. Die Sitzerhöhung dient dazu, den Sicherheitsgurt des Autos auf die Größe des Kindes anzupassen. Der Gurt könnte anderenfalls bei einer Vollbremsung in den Hals des Kindes einschneiden.

Verschärfte Strafen bei ungesicherten Kindern im Auto

Die Strafen für nicht angeschnallte Kinder sind in Deutschland besonders hoch. So kostet ein Kind ohne Sicherung 60 Euro Bußgeld plus einen Punkt in Flensburg. Bei mehreren Kindern beträgt die Strafe 70 Euro und einen Punkt. Für ein Kind in einem nicht vorschriftsmäßig gesicherten Kindersitz werden 30 Euro Bußgeld fällig, für mehrere nicht ordnungsgemäß angeschnallte  Kinder 35 Euro.

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20.06.2017 12:00
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