Ärger im Hausflur: So schlichten Sie Streit unter Mietern

Donnerstag, 20.04.2017

Das Zusammenwohnen in einem Mehrfamilienhaus erfordert ein gewisses Maß an Toleranz – sonst ist Dauerärger unvermeidlich. Nicht selten enden dann selbst banale Streitigkeiten vor Gericht. 

Rund 300.000 Mal im Jahr müssen deutsche Gerichte im Streit zwischen Nachbarn entscheiden. Das können Sie tun, damit die Lebensqualität im Haus nicht unter einem dauerhaften Mieterstreit leidet.

Die Hausordnung akzeptieren

In jedem Mehrfamilienhaus gelten Regeln, die in der Hausordnung festgeschrieben sind. Sie dienen dazu, ein dauerhaftes Zusammenleben zwischen Menschen mit unterschiedlichen Charakteren und Lebensvorstellungen zu ermöglichen. Diese Regeln zu kennen und zu akzeptieren ist die erste Voraussetzung zur Streitvermeidung. Das sind die wichtigsten Punkte:

Streit unter Mietern: Gegenstände im Hausflur

Der Hausflur ist keine Abstellkammer. Jeder Bewohner muss die Möglichkeit haben, ohne Umwege zu seiner Wohnung zu gelangen – und gerade in Notfällen auch wieder sicher ins Freie. Fahrräder oder Möbel haben auf Dauer also nichts im Hausflur zu suchen.

Solange die abgestellten Gegenstände nicht zu einer Behinderung führen, ist allerdings Toleranz gefragt. So sollte jede Form von Gehhilfen für kranke oder alte Menschen im Hausflur akzeptiert werden. Hier schließen die Gerichte sogar aus, dass die Hausordnung Einschränkungen festlegt. Ähnliches gilt für das Abstellen von Kinderwägen, solange diese nicht im Durchgang stehen.

Legt die Hausordnung nichts Gegenteiliges fest, ist auch ein kleiner Schuhschrank neben der Wohnungstür gestattet. Generell zulässig ist eine Fußmatte vor der Tür. Ihr praktischer Nutzen überwiegt, zusätzliche Handgriffe bei der Hausreinigung sind dafür hinzunehmen. 

Streit unter Mietern: Gerüche im Hausflur

Gerüche können einen starken Störfaktor bilden, denn man kann ihnen kaum entfliehen. Treten dauerhaft üble Gerüche auf, kann das sogar ein Grund für eine Mietminderung sein. Allerdings gilt es abzuwägen: Essensgerüche sind meist hinzunehmen, der Gestank nach Rauch oder Kot dagegen nicht.

Streit unter Mietern: Hausreinigung

Wurde ein Reinigungsplan vereinbart, ist dieser einzuhalten. Wer dagegen verstößt, muss die Kosten einer beauftragten Reinigung tragen. Bei einer dauerhaften Weigerung droht die Kündigung.

Außergerichtliche Einigung

Egal ob Gegenstände, Lärm oder Gerüche stören, suchen Sie zunächst das Gespräch mit dem Verursacher. Noch bevor es zu einem teuren Gerichtsverfahren kommt, kann ein Mediator zur Schlichtung gerufen werden. In vielen Städten wird dieser Service sogar kostenlos angeboten.

Lärm im Haus

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20.04.2017 14:54
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