Advopedia Basiswissen: Das sollten Sie über Mahnungen wissen

Donnerstag, 12.10.2017

Mit einer Mahnung fordert der Gläubiger vom Schuldner, die vereinbarte Leistung zu erbringen. Meist geht es um einen Geldbetrag, dessen Zahlung zum Zeitpunkt der Mahnung bereits überfällig ist.

Ziel der Mahnung ist, den offenen Betrag schnell zu erhalten. Die Mahnung erinnert den Schuldner daher an seine Verpflichtung und setzt ihn zugleich leicht unter Druck. Schließlich droht ein gerichtliches Mahnverfahren, wenn der Zahlungsverzug anhält.  

Mit der Zahlung im Verzug

Wann der Verzug eintritt, regelt Paragraph 286 BGB. Hier wird auch deutlich, dass der Schuldner spätestens 30 Tage nach Zugang der Rechnung automatisch in Verzug gerät. Einer Mahnung bedarf es dafür nicht. Private Verbraucher müssen allerdings bereits in der Rechnung auf diesen Umstand hingewiesen werden.  

Formalien einer Mahnung

Eine Mahnung muss keiner Form genügen, aber eindeutig zum Ausdruck bringen, um welche geschuldete Leistung es geht. Der Gläubiger sollte zudem klarmachen, dass er auf Ausgleich der Rechnung besteht.

Mehrstufige Mahnungen sind üblich, aber keineswegs zwingend. Besteht Verzug, kann jederzeit das gerichtliche Mahnverfahren eingeleitet werden.  

Kosten 

Der Gläubiger ist im Fall des Zahlungsverzugs berechtigt, Mahngebühren und eine Verzinsung zu fordern. Die Berechnung der Zinsen erfolgt anhand des Basiszinssatzes der Bundesbank (derzeit negativ). Bei Privatkunden darf die Forderung fünf, bei Geschäftskunden neun Prozent darüber liegen.

Die Mahnpauschale beträgt bis zu 40 Euro pauschal bei Firmenkunden, bei höheren Ausgaben im Zusammenhang mit dem Zahlungsverzug auch darüber. Bei Privatkunden sind 2,50 Euro üblich.

Mahnverfahren

Mit dem Verzug kann ein gerichtliches Mahnverfahren beim Amtsgericht eingeleitet werden. Der Schuldner erhält damit einen Mahnbescheid, dem er binnen 14 Tagen widersprechen kann. Erfolgen weder Widerspruch noch Zahlung, wird der Vollstreckungsbescheid erlassen.   

Vordrucke zur Einleitung des Mahnverfahrens gibt es online. Die Kosten (zunächst vom Kläger zu tragen) sind relativ gering. Sie betragen für 10.000 Euro Mahnbetrag zum Beispiel 120,50 Euro. Dennoch ist ein klärendes Gespräch zwischen Gläubiger und Schuldner oft der schnellere Weg zum Geld.

Mann mit Mahnschreiben

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12.10.2017 10:25
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