Lenßen‘s Tipp: Schwanger trotz Spirale – Muss der Arzt Unterhalt zahlen?

Montag, 27.07.2015 Ingo Lenßen

„Ich habe mir von meinem Gynäkologen eine Spirale zur Verhütung einsetzen lassen und wurde trotzdem schwanger. Der Arzt hatte bei den üblichen Voruntersuchungen nicht bemerkt, dass ich eine Anomalie habe und dadurch bei mir die Spirale gar nicht wirksam sein kann. Gott sei Dank verlief wenigstens die Geburt erfolgreich. Ich finde trotzdem, dass er verpflichtet ist, mir nun Schadensersatz und Unterhalt für meine Tochter zu zahlen!“

Könnte man meinen. Allerdings muss der Arzt tatsächlich nur dann haften, wenn er vor dem Einsetzen der Spirale nicht alle medizinisch notwendigen Untersuchungen vorgenommen hat. Wenn der Gynäkologe aber auf seinen Ultraschalluntersuchungen keine Hinweise auf Besonderheiten, wie z.B. eine seltene Anomalie finden konnte, ist er nicht verpflichtet, zusätzliche Untersuchungen „ins Blaue hinein“ anzustellen. Ein Arzt haftet nämlich nur für „Diagnosefehler“, nicht aber im Falle eines schon fast unvermeidlichen „Diagnoseirrtums“.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Oberlandesgericht Hamm Urt. v. 29.05.2015 – Az. 26 U 2/13

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