Weltliche Konsequenzen bei kirchlicher Störung

Freitag, 19.12.2014 PK

Warum Menschen in die Kirche gehen, um dort Rabatz zu machen, stößt naturgemäß auf wenig Verständnis seitens der Glaubensgemeinschaft. Doch dass die Störung mehr ist als eine bloße Unverschämtheit, zeigen diese Beispiele:

Natürlich reicht es für eine Störung des Gottesdienstes keinesfalls, wenn man „Der Heiland ist geboren“ falsch singt. Sondern die „strafbare Störung“ (Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahre) muss schon absichtlich und in grober Weise geschehen. Dabei kommt es übrigens gar nicht darauf an, ob der Gottesdienst in einem Kirchengebäude oder im Freien stattfindet. Was zählt ist, dass sich mehrere Religionsmitglieder versammelt haben, um ihren Gott anzubeten und zu ehren.

Haftstrafe für Wiederholungstäter

Laute Zwischenrufe sowie das Anprangern von Schwangerschaftsabbrüchen veranlasste z. B. das Amtsgericht Tiergarten dazu, zwei Angeklagte zu Freiheitsstrafen von einem Jahr und fünf Monaten bzw. von zehn Monaten zu verurteilen. Einer der Angeklagten war sogar mehrfach in der Kirche „aufgetreten“. Und als er von einem als Messdiener tätigen Polizisten hinausgeführt werden sollte, riss er die Altardecke herunter, so dass mehrere Kelche und Hostienschalen, sowie eine Schale im Wert von etwa 10.000.- € herab fielen. 

In beiden Fällen ging das Gericht davon aus, dass die Angeklagten sich auch künftig nicht von ähnlichen Straftaten abhalten lassen werden – deshalb keine Bewährung, sondern ab in die Zelle!

Wann der Bischof keinen Spaß versteht

Und auch die „unbekleidete Darstellung“ einer Femen-Aktivistin führte letztendlich zu einer drastischen Strafe, da die Frau während eines Weihnachtsgottesdienstes des ehemaligen Kölner Erzbischofs Meisner nackt auf den Hauptaltar gesprungen war. Auf ihren unbedeckten Brüsten trug sie dabei den Schriftzug „I am God“. Für den Bischof und das  Amtsgericht Köln hörte an diesem Punkt die christliche Nächstenliebe auf, und die Frau wurde zu 60 Tagessätze a’ 20.- €, also zu insgesamt 1200.- € verurteilt.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

OLG Thüringen: 1 Ss 296/05, AG Köln: 647 Ds 240/14

§ 167 Abs. 1 Nr. 1 StGB

Katholischer Priester

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