Volkstrauertag: Teures Gebell statt stillem Gedenken

Freitag, 03.10.2014 HH

Es geschah ausgerechnet während der Gedenkfeier zum Volkstrauertag im vergangenem November im Münchner Hofgarten. Dort hatte sich Christian Sch., 32, „ver.di“-Gewerkschaftsangehöriger und bekennender Kriegsgegner, zusammen mit ca. 440 Trauernden positioniert, seinen treuen Hund Pico wie immer an seiner Seite. Doch die „Pinscher-Terrier-Mischung“ hätte er an diesem besonderen Tag lieber ausnahmsweise zu Hause gelassen…

Der Störer…

Pico hatte wohl den Unterschied zwischen Feier und Party etwas missverstanden. Denn aufgebracht durch die Menschenmenge und der einsetzenden Blasmusik des Ehrenregiments bellte der territoriale Racker freudig erregt ohne „Punkt und Komma“  über eine halbe Stunde lang durch. Auch die Nationalhymne begleitete er so innigst  auf seine Weise.

…und die Gestörten

Dieses störende Verhalten nahmen wütende Trauernde zum Anlass, das Herrchen heftigst zu beschimpfen und zu schubsen. Doch im Gegensatz zu den anderen Leidenden nahm der Mann dies alles gelassen hin. Jedenfalls unterband er das Bellen nicht. 

Die Richter…

Dieses Verhalten ahndete die Münchner Ordnungsbehörde mit einem Strafzettel und einem Bußgeld von 100 €. Das wollte der Hundebesitzer nicht gelten lassen und zog dagegen vor das Münchner Amtsgericht. 

…und die Gerichteten

Erfolglos : Das ununterbrochene Gebell wurde als vorsätzliche (Ruhe)Störung gewertet und Herr Sch. muss nun den Strafzettel bezahlen. 

Am fehlenden Einsatz lag es nicht

Auf eine Vorführung dessen, dass Pico gar nicht auf Kommando bellen könne und somit ein „untaugliches Werkzeug für vorsätzliche Ruhestörung“ darstelle, verzichtete der Richter. Auch die vor der Verhandlung von Herrn Sch. verteilten Ansteckpins mit Picos Konterfei und dem Ruf nach „Freispruch für Pico“ ließen das Urteil nicht milder ausfallen.

Manchmal bewahrheitet sich eben der alte Spruch: Wer nichts zu sagen hat, sollte einfach besser die Schnauze hal…oder übers Wetter kläffen.

Fröhlicher Hund

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