Die Verweigerung der Sommerzeit

Dienstag, 31.03.2015 PK

Alle nervt das doofe Spiel: Im Frühjahr fehlt uns eine Stunde Schlaf, im Herbst kriegen wir eine geschenkt, die wir gar nicht brauchen. Alles nur wegen der Zeitumstellung. Doch eine Allgäuerin macht dieses Spiel nicht mit. Und musste sich deshalb schon dreimal vor Gericht verantworten.

Ute Neu aus Hergatz ist inzwischen eine Ikone wegen ihrer Protesthaltung. Nun hätte es ja den Richtern völlig egal sein können, ob die Frau ihre Uhren umstellt oder nicht. Aber dummerweise schickte sie dadurch ihre Kinder immer zu spät zur Schule. Und das kostete sie bereits in den 90er Jahren am Ende 1000 Mark Strafe.

Stell dir vor, alle verpennen

Sie war wohl die Einzige in Deutschland, die so konsequent war. Doch ihre Idee, die Sommerzeit wieder abzuschaffen, hätte sich wohl nur durchgesetzt, wenn plötzlich ganze Schulen leer geblieben wären.

Verspätung bedeutet Lohnabzug

Inzwischen dürften ihre Kinder wohl zu Arbeitnehmern herangereift sein. Und als solche gelten für sie knallharte Regeln, was die Sommerzeit betrifft: Denn Arbeitsleistung ist eine sogenannte Bringschuld. Und es gilt der Grundsatz: ohne Arbeit kein Lohn! Kommt ein Mitarbeiter also zu spät, kann der Arbeitgeber grundsätzlich den Lohn für die verspätete Zeit einbehalten, wenn die Arbeit nicht nachgeholt werden kann.

Job weg, wenn du den Wecker nicht hörst?

Bei Gleitarbeitszeit hingegen kann der Arbeitnehmer seine Bezahlung durch Nacharbeiten sichern. Was ihn allerdings nicht vor einer Abmahnung rettet. Immerhin hat er mit seiner Verspätung seine vertraglichen Pflichten verletzt, was im Wiederholungsfall sogar zu einer Kündigung führen kann. Der Arbeitgeber muss dafür noch nicht einmal nachweisen, dass der Betriebsablauf gestört wurde. 

Wenn der Chef die Sommerzeit vergisst

Zum Glück gilt das nicht, wenn der Chef selbst ebenfalls Probleme mit der Zeitumstellung hat und zu spät kommt. Muss der Arbeitnehmer dann vor der verschlossenen Firmentür warten, hat er trotzdem Anspruch auf seinen Lohn...

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

BAG Urteil vom 13. März 1987: 7 AZR 601/85

Mann, verschlafen

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Verweigerung der Sommerzeit: Lohnabzug und Bußgeld
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31.03.2015 07:24
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