An der Supermarktkasse braucht man viel Geduld...

Donnerstag, 08.10.2015 PK

... selbst wenn man der einzige Kunde im Laden ist. So jedenfalls erging es einem 63-Jährigen aus dem Rems-Murr-Kreis, dessen Geduld allerdings auf besondere Wiese auf die Probe gestellt wurde. Denn weit und breit ließ sich zwar kein Kassierer blicken - aber dafür plötzlich die Polizei im Großeinsatz…

Was war geschehen? Der wohl ein wenig verwirrte Kunde hatte artig seine Einkäufe auf das Transportband gelegt, zückte darauf sein Portemonnaie und wartete. Und wartete. Und... – Sie wissen schon: wartete. Nichts geschah. Kein Ladenpersonal in Sicht, keine Kundenschlange hinter ihm, alle anderen Kassen ebenfalls verwaist. 

Wo bleibt nur die Kassiererin?

Dann plötzlich Action pur: Blaulicht vorm Schaufenster, zuckende Lichtkegel von Taschenlampen, Polizisten stürmten in den Laden. Und ehe er sich versah, saß er auf der Rückbank eines Streifenwagens. Was hatte er bloß falsch gemacht? Nun: ihm muss wohl unter dem Einfluss eines oder mehrerer berauschender Getränke das Zeitgefühl abhanden gekommen sein – weshalb seine Einkaufstour im Supermarkt früh morgens, lange vor Ladenöffnung stattgefunden hatte…

Ein wahres Paradies für Kunden

Zu seiner Ehrrettung muss man allerdings erwähnen: wäre am Abend zuvor die Ladentür pflichtgemäß verschlossen worden, hätte sich der nächtliche Kunde einfach nur die Nase gestoßen und wäre wieder abgezogen. So aber gelangte er hinein, freute sich über die geringe Zahl anderer Kunden und machte in Ruhe seine Besorgungen (drei Flaschen Landwein, eine Flasche Weinbrand, einen Beutel Tabak und eine Handykarte). Doch exakt um 4.47 Uhr registrierte dann ein Bewegungsmelder seine Anwesenheit und löste stillen Alarm bei der Polizei Fellbach aus. 

Besser doppelt prüfen

Für diese Nacht war der Einkauf erst einmal vorbei. Der hinzugerufene Marktleiter sortierte die Waren wieder zurück an ihren Platz, vergewisserte sich durch mehrfaches Rütteln, ob die Eingangstür diesmal wirklich ordnungsgemäß verschlossen war – und lud den immer noch verdutzen Kunden ein, seinen Einkaufsbummel innerhalb der regulären Öffnungszeiten fortzusetzen.

Vorwürfe verlaufen im Sande

Ob der allerdings noch Lust dazu hatte, weiß die Fellbacher Polizei nicht. Klar ist aber, dass der Mann eine Fahrt zum Revier spendiert bekam, um seinen Alkoholpegel zu ermitteln. Und der war, wie man hört, nicht ganz ohne! Was man ihm vorwerfen kann? Eigentlich nichts. Eingebrochen ist er nicht, geklaut hat er nichts – bleibt vielleicht Hausfriedensbruch. Aber wenn der Marktleiter auf eine Strafanzeige verzichtet, wird dieses „Antragsdelikt“ von der Polizei wohl auch nicht verfolgt werden…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Hausfriedensbruch § 123 StGB

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Ungewollter Einbruch in Supermarkt
... selbst wenn man der einzige Kunde im Laden ist. So jedenfalls erging es einem 63-Jährigen aus dem Rems-Murr-Kreis, dessen Geduld allerdings auf beso...
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08.10.2015 18:09
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