Auch Aston Martin-Fahrer dürfen keine Unfallflucht begehen…

Dienstag, 04.08.2015 DOD

Wer einen Aston Martin fährt, hat es in den Augen vieler im Leben geschafft. Ein selbstverschuldeter Unfall passt da so gar nicht ins Bild. Schon gar nicht, wenn das Auto unspektakulär und ziemlich bescheuert an der Blechbrüstung einer U-Bahn-Station endet…

Das dachte sich wohl auch der Fahrer des Unfallfahrzeugs, ließ deswegen das Auto einfach stehen und ging weg. Keine gute Idee, wie sich jetzt vor Gericht zeigte.     

„Einmal lächeln, bitte“

Der Autofahrer hatte  - laut eigener Aussage – Angst, zum Gespött der Leute zu werden, wenn er da neben seinem zerbeulten Aston Martin stehen und auf den Abschleppwagen warten würde. Am Ende hätten die Leute vielleicht sogar noch Fotos von ihm und seinem Wagen gemacht. Nur um das zu verhindern, sei er gegangen. 

5000 Euro für die Versicherung

21.350 Euro betrug der Schaden allein an der Brüstung. Die Versicherung übernahm dann zwar später auch die Schadenssumme, forderte aber von dem Besitzer 5.000 Euro zurück – schließlich hatte der Mann Unfallflucht begangen und war dafür auch schon rechtskräftig verurteilt worden.

Wer flieht, muss zahlen

Doch der Fahrer weigerte sich, das Geld aus oben genannten Gründen zu bezahlen, und der Fall landete vor dem Amtsgericht München. Und die Richter dort gaben der Versicherung Recht. Denn: Wenn ein Fahrer Unfallflucht begeht, kann die Versicherung laut Vertrag bis zu 5.000 Euro vom Kunden wiederverlangen - aus welchem Grund der Fahrer flüchte, spielt dabei keine Rolle.

Bei Alkohol fällt die Strafe höher aus

In diesem Fall stand zudem im Raum, dass der Fahrer möglicherweise deshalb Unfallflucht begangen hatte, weil er zum Zeitpunkt des selbst verschuldeten Unfalls betrunken gewesen war. Wäre dies so gewesen, wäre nicht nur seine Strafe im Strafverfahren höher ausgefallen. In dem Fall hätte die Versicherung wegen der Alkoholisierung sogar einen sogenannten „Regressanspruch“ gegen den Fahrer gehabt. Und der wäre wahrscheinlich weit über 5.000 Euro ausgefallen. Doch nachweisen ließ sich der Alkoholpegel im Nachhinein nicht mehr, und der Mann blieb "nur" auf seinen 5.000 Euro und dem Gespött der Leute sitzen…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Amtsgericht München, Urteil vom 06. März 2015, Aktenzeichen: 343 C 9528/14

Aston Martin

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