Ab in die Zelle: So schädlich kann laute Musik sein

Mittwoch, 12.11.2014 PK

Mit zu lauter Musik hat sich ein gesuchter Straftäter in Brandenburg selbst ins Gefängnis gebracht. Der Mann hatte offenbar gar nicht mitbekommen, dass seine genervten Nachbarn die Polizei gerufen hatten. Denn auf das Klingeln und Klopfen der Beamten reagierte er nicht – der 35-Jährige hatte es schlicht nicht gehört.

Wie dumm kann man eigentlich sein?

Daraufhin musste ein Schlüsseldienst den Polizisten Zutritt zur Wohnung verschaffen. Und die Beamten waren einigermaßen überrascht, denn gegen den Mann lagen zwei Haftbefehle mit insgesamt 120 Tagen Freiheitsentzug vor… Zumindest solange herrscht im Brandenburger Mietshaus jetzt erst einmal Ruhe.

Jedenfalls hätte die Polizei wohl keinen so schnellen Erfolg gehabt, wenn sich der Straftäter einfach ein bisschen ruhiger verhalten hätte – eigentlich könnte man meinen, dass das ja dazu gehört, wenn man sich vor den Vollzugsbehörden verstecken will. Aber das weiß eben nicht jeder.

Die Party ist Geschichte

Dabei gehört ausgerechnet Lärm zu den häufigsten Nachbarschaftsquerelen, die mit einem Polizeieinsatz enden. Und die Beamten sind dabei immer auf Widerstand gefasst. Entsprechend rigoros können die Maßnahmen ausfallen: 

Wenn die Polizei zum ersten Mal klingelt, finden die Partygäste das meist noch lustig. Doch spätestens, wenn die freundlichen Beamten beim dritten Auftritt die Musikanlage aus der Wohnung schleppen, ist klar: Die Party ist Geschichte. 

Die Jungs dürfen mehr, als man glaubt

Wer sich dann zu juristischen Grundsatzdiskussionen mit den Beamten veranlasst fühlt, wird schnell darüber belehrt, was ein Platzverweis ist. Wehren sich Gäste dagegen, zum Beispiel durch Schubsen eines Polizisten, wird sogar eine Straftat daraus: Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Und dann geht es dem renitenten Partygast wie dem Mann aus unseren Einstiegsfall: Zelle bis zum nächsten Morgen.

Und teuer isses auch noch…

Eine nächtliche Ruhestörung ist rechtlich gesehen ein Verstoß gegen Immissionsschutzbestimmungen, eine Ordnungswidrigkeit also. Der Gastgeber der Party muss daher mit einem Bußgeld rechnen, das in der Regel zumindest dreistellig ausfällt.

Polizei an Haustür

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12.11.2014 07:00
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