Feuerwehreinsatz: Hund gerettet, Frauchen pleite

Dienstag, 18.11.2014 PK

Katzen trauen sich nicht, vom Baum zu springen, Hunde bleiben in unterirdischen Höhlen stecken. Zuständig für die Rettung: die Feuerwehr. Die macht das gern, aber nicht gratis. Eine Frau aus Berlin musste deswegen jetzt 10.000 Euro für die Rettung ihres Hundes zahlen.

Es waren ursprünglich sogar 13.000 Euro, die die Berliner Feuerwehr von Almut B. für die Tierrettung verlangte. Was war geschehen? Terrier Skipper war am Abend des 9. November 2012 in einem Dachsbau verschwunden – samt Leine, die sich dann irgendwo unter der Erde verhedderte.

Plötzlich der wohl teuerste Terrier der Welt

Weißes Fell mit hellbraunen Stellen, schwarze Schnauze. Mit dieser „Personenbeschreibung“ machte sich die Feuerwehr auf die Suche. Insgesamt 40 Mann rücken aus und pflügten den Tegeler Forst um. Mit Schaufeln, mit bloßen Händen. Aber weil der süße Hund so nicht auszumachen war, gruben die Männer bis zu vier Meter tief. Nach acht Stunden endlich die Rettung: Tief in der Nacht konnte Tierärztin Almut B. ihren Skipper in die Arme schließen. Unverletzt. Doch dass sie in dem Moment den wohl teuersten Terrier der Welt in den Armen hielt, ahnte die Frau noch nicht. 

Der Schock kam mit der Rechnung des Landes Berlin. Viel zu viel, fand die Hundebesitzerin: 5.000 Euro wollte sie freiwillig zahlen, mehr aber nicht, denn diese Summe hätte ihre Versicherung abgedeckt.

Gebühr pro Stunde: 288 Euro

Vor dem Verwaltungsgericht unterlag sie, dennoch kam ihr die Feuerwehr in einem Vergleich soweit entgegen, den Einsatz für eines der Fahrzeuge samt Besatzung nicht zu berechnen. Man fragt sich natürlich jetzt: Was kostet eigentlich ein Feuerwehreinsatz? Zumindest die Gebühren in Berlin sind jetzt klar: Pro Minute 4,80 Euro für einen Einsatzwagen. Das sind pro Stunde 288 Euro, in acht Stunden 2.304 Euro. Wohl gemerkt: für einen einzigen Feuerwehr-Wagen!

Im Regelfall hilft die Feuerwehr kostenlos

Wenn Leib und Leben von Menschen in Gefahr sind, muss niemand befürchten, zur Kasse gebeten zu werden. Meist sind auch Einsätze, die unmittelbar der Rettung von Tieren dienen, gebührenfrei. So steht es in den meisten Gebührenordnungen der Länder. Eine Rechnung schickt die Feuerwehr aber bei nachweisbarer oder grober Fahrlässigkeit oder bei Vorsatz. Und im Fall Skipper lag eine vermutlich grobe Fahrlässigkeit vor, weil die Leine losgelassen wurde.

Übrigens: Wenn’s brennt oder ein Unfall passiert ist, holt sich die Feuerwehr die Einsatzkosten von der jeweiligen Versicherung zurück.

Feuerwehrhund

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18.11.2014 07:17
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