Ice Ice Baby: Eisdielen in Tübingen unter Kartell-Verdacht

Mittwoch, 12.04.2017

Eisdielen-Kartell in Tübingen? Gleich drei große Eisdielen haben zum Frühlingsanfang ihren Preis für eine Kugel Eis um 25 Prozent erhöht und stehen nun unter Kartellverdacht. Für eine Kugel müssen Eisliebhaber nun 1,50 Euro zahlen, im letzten Jahr waren es noch 1,20 Euro. Nun prüft das Kartellamt den Fall wegen unerlaubter Preisabsprachen.

Gestiegene Kosten Ursache der Preiserhöhung

Einen solch abrupten Preisanstieg in gleich drei Eisdielen der Stadt schürt Verdacht. Pino Ciliberti, einer der drei Eisdielenbesitzer, will von alldem nichts gewusst haben. Bei gestiegenen Rohstoffkosten für die Eisproduktion und einem Anstieg des Mindestlohns sei ein Preisanstieg unerlässlich gewesen und da habe er sich mit den anderen Eisdielenbesitzern auf diese Erhöhung bei einem Treffen geeinigt. Dass er sich damit strafbar gemacht hatte, wusste der Italiener offenbar nicht.

Preisabsprachen verboten

Ob berechnend oder unwissend: eine gemeinsam vereinbarte Preiserhöhung ist gesetzeswidrig. Nach dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) sind „jegliche Preisabsprachen zwischen Konkurrenten verboten, da diese den freien Wettbewerb verfälschen und Verbraucher benachteiligen.“ Wer sich nicht daran hält, riskiert empfindliche Strafen, gemäß § 81 GWB sind Bußgelder bis zu einer Million Euro und mehr vorgesehen.

Preisabsprachen benachteiligen den Verbraucher

Eine solche Absprache unter Konkurrenten, sei sie aus unternehmerischer Sicht noch so nachvollziehbar, benachteiligen immer den Verbraucher. Eine Preiserhöhung von 25 Prozent ist offenbar auch für Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer nicht mehr tragbar. Der Politiker äußerte sich dazu auf Facebook, nachdem sich zwei Schulklassen bei ihm beschwert hatten: „Liebe Eisdielenbesitzer, es ist unfair, die Kunden zu schröpfen durch Preisabsprachen. Nein, es ist verboten.“

War nun doch alles ganz anders?

Eine Untersuchung des Kartellamtes und eine drohende Strafe ließen den Eisdielenbesitzer Ciliberti nun doch noch einmal sein Treffen mit den anderen beiden Eisdieleninhabern überdenken. Bei dem Treffen habe man keine Preise abgesprochen, man habe lediglich über die gestiegenen Kosten und die damit verbundenen Probleme diskutiert. Dass eine Erhöhung folgen müsse, da seien sich alle Eisdieleninhaber einig gewesen.

Kaputte Eistüte

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12.04.2017 16:45
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