Henkersmahlzeiten: Was Todeskandidaten so bestellen

Dienstag, 07.10.2014 PK

Wer in den USA als Todeskandidat einsitzt, hat einen letzten Wunsch frei: Seine Henkersmahlzeit. Wer keinen besonderen Wunsch äußert, bekommt die traditionelle Mahlzeit vorgesetzt: Ein Steak (medium), Spiegelei, Rösti, Toast mit Butter und Marmelade, dazu Milch und Orangensaft. Alles zusammen im Wert von rund 20 €.

Ein quasi bescheidener Mörder

Ted Bundy aus Florida (43) war einer der Wunschlosen, da er sich aus besonderem Essen nie viel gemacht hatte. Übrigens war er wegen Vergewaltigung, Leichenschändung, Gefängnisausbruch und mindestens 28 Morden zum Tode verurteilt worden und kam am 24. Januar 1989 auf den elektrischen Stuhl.

Finaler Genuss für 30 Euro

Kostspieliger war da schon die letzte Mahlzeit von John Wayne Gacy (52) aus Illinois. Tod durch Giftspritze am 10. Mai 1994 wegen Vergewaltigung und 33-fachem Mord. Der Mann, der vor seiner Verurteilung drei Kentucky-Fried-Chicken-Restaurants leitete, bestellte sich zwölf frittierte Shrimps, eine Riesen-Portion frittierte Hühnchenteile von KFC, Pommes frites und ein Pfund Erdbeeren – Alles in allem rund 30 Euro für den finalen Genuss auf Staatskosten.

Die letzte Sünde: Völlerei

Glaubt man der Statistik, ist  auffällig, dass Henkersmahlzeiten oft aus teuren, eiweißhaltigen Meeresfrüchten (Hummer, Shrimps, Muscheln) bestehen. Und dass sie mit einem Eis als Dessert abgerundet werden. Manch ein Todeskandidat trifft seine letzte Wahl doch wohl auch eher aus reiner Gier heraus anstelle zur Befriedigung eines feinsinnigen Gaumens: Timothy McVeigh (33) aus Indiana (Tod durch Giftspritze am 11. Juni 2001 wegen des Bombenanschlages von Oklahoma) verlangte z. B. zwei große Eis-Portionen mit jeweils 568 Gramm Minze und Schoko-Stückchen.

Die billigste Henkersmahlzeit aller Zeiten

Eine Ausnahme ist Victor Feguer (28) aus Florida, dem man Entführung und Mord vorwarf und am 15. März 1963 per Giftspritze ins Jenseits schickte. Seine Henkersmahlzeit ist die wohl preiswerteste aller Zeiten: Nach heutigem Kurs würde sie etwa 30 Cent kosten. Feguer verlangte nichts weiter als eine einzelne Olive (mit Kern).

Am Essen ist noch keiner gestorben

Der Deutsche Staat ist übrigens ähnlich sparsam mit den Verpflegungskosten – und bringt seine Strafgefangenen zum Glück nicht nach dem Essen um. Die Tagesverpflegung (drei Mahlzeiten) aber kostet gerade mal 2,10 €. Diesen Betrag hat ein Bediensteter der JVA Castrop-Rauxel für das Jahr 2011 errechnet. Doch Beschwerden über die Qualität gibt es selten, und gestorben ist, soweit bekannt, auch noch keiner am Essen.

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07.10.2014 08:00
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