Deutschlands dienstältester Einbrecher

Samstag, 13.06.2015 PK

„Je oller, je doller“, sagt der Volksmund. Auf diesen Einbrecher trifft das ganz sicher zu. Denn der wollte kurz vor seinem 70. Geburtstag nochmal ein richtig dickes Ding drehen…

Einmal noch richtig  Kasse machen, und sich dann zur Ruhe setzen. Dieser Traum eines Einbrechers wäre beinahe wahr geworden. In der Nacht zum ersten Mai stiegen also er und sein Kumpane in die Erdgeschosswohnung in der Eitelstraße im Düsseldorfer Stadtteil Rath ein. Die Absicht, Kasse zu machen, hatte zunächst dann auch ganz ordentlich geklappt: Die Täter erbeuteten Schmuck und Bargeld im Wert von rund 1.600 Euro. Doch die Freude über den gelungenen Bruch hielt nicht lange vor. Denn als die beiden hörten, wie sich der Schlüssel der überraschend zurückkehrenden Bewohner im Schloss drehte, mussten sie sich Hals über Kopf verabschieden.

Klarer Fall von Selbstüberschätzung

Dummerweise hatte aber unser doch schon etwas betagter Einbrecher nicht bedacht, dass man im Alter von fast 70 Jahren nicht mehr ganz so flott vom Balkon springen kann wie mit 20. So verlor er beim Fluchtversuch zuerst seine Brille, dann sein Gleichgewicht und schließlich die Fähigkeit wegzulaufen – mit einem gebrochenen Knöchel geht das halt auch nicht so gut.

Gauner-Karriere über 42 Jahre 

Man möchte fast Mitleid haben mit dem greisen Einbrecher, hätte er nicht schon im zarten Alter von 28 seine Karriere begonnen. Zum ersten Mal verurteilt wurde er nämlich 1973. Und gelernt hat er daraus wohl nicht allzu viel: Allein in Düsseldorf wurde er danach sechsmal rechtskräftig verurteilt, des weiteren in München, Hannover, Passau und Dortmund. Übrigens: In seinem Auto unweit des Tatorts fand die Polizei jede Menge Einbruchswerkzeug. Sein Komplize ist stiften gegangen. Nach ihm wird intensiv gefahndet – die beiden werden sich also voraussichtlich demnächst im Zellentrakt wiedersehen.

Geburtstag mit ungeladenen Gästen

Jetzt also wurde Deutschlands dienstältester Einbrecher wieder einmal erwischt, und ein kostenloser Aufenthalt mit Vollpension in staatlicher Obhut dürfte ihm sicher sein. Seinen 70. Geburtstag jedenfalls feierte er im Gefängniskrankenhaus. Und nette, wenngleich ungeladene Gäste hatte er auch: seine Bewacher, die ihm bestimmt freudig ein Ständchen gesungen haben…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Besonders schwerer Fall des Diebstahls § 243  StGB

Gebiss im Glas

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13.06.2015 18:12
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