Bußgeld nach Fütterung: Guck mal, wie süß die gucken!

Freitag, 06.02.2015 PK

Sie posieren drollig vor der Kamera, machen „Männchen“ und zeigen ihre gelben Zähne. Und selbst, wenn man sich auf einen Meter nähert, laufen sie nicht weg: Nutrias erobern gerade die Kanäle von Leipzig

Was ist jetzt wieder ein Nutria? Das ist ein aus Südamerika stammendes Nagetier, das rund 65 Zentimeter lang und bis zu 10 Kilo schwer wird. Eine Riesenratte – aber süß gucken kann sie wirklich. Und wie viele Wildtiere sind Nutrias „Kulturfolger": Überall, wo sie Nahrung finden, werden sie heimisch. Leider ein bisschen zu heimisch.

Draußen vom Walde komm ich her…

Doch es sind nicht nur diese putzigen Wesen, die uns langsam immer mehr Sorgen bereiten. Denn unser Nahrungs-Opportunismus lockt auch immer mehr Füchse, Marder, Waschbären, Rehe und Wildschweine in die Nähe von Menschen. Und immer häufiger hört man Beschwerden über verwüstete Gärten oder durchwühlte Mülltonnen. 

Falsch verstandene Tierliebe

„Ist doch nicht so schlimm“, wird oft aus falsch verstandener Tierliebe argumentiert. Ist es aber doch: Denn durch den Nahrungsüberfluss in der Nähe von Menschen steigt die Population der Eindringlinge sprunghaft an. Und deshalb ist das Füttern von Wildtieren in ganz Deutschland verboten. In Leipzig, wo „Tierfreunde“ den Nutrias mit Weißbrot und Kohl zu einer zusätzlichen Kaloriendosis verhelfen, droht jetzt sogar ein Bußgeld von 1.000 Euro für alle, die das Fütterungsverbot missachten.

Massenmord in Meißen

Wie Unrecht die selbst ernannten „Tierfreunde“ haben, zeigt übrigens ein Beispiel aus Meißen: Dort wurden nachts nach einem Einbruch in einem Streichelzoo mehrere Zwergenten, Eichhörnchen, Hasen und Nandu-Babys aufgefressen. Die Verantwortlichen für diesen heimtückischen Massenmord: Waschbären.

Wer’s nicht einsieht, zahlt

Und wie reagieren unsere Gerichte? Sie bestätigen fast immer die Bußgeldbescheide, wenn jemand, der gegen das Fütterungsverbot verstößt, dagegen versucht anzugehen. So hat z.B. das Oberlandesgericht Koblenz zwei Bürger, die trotz Verbot die Schwäne am Moselufer und im Stadtpark gefüttert hatten, zu einer Strafe von 300 bzw. 500 Euro verurteilt.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

OLG Koblenz: 2   114/11 und 1 SsBs 105/12

Nutria

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Bußgeld: Fütterungsverbot für Wildtiere
Sie posieren drollig vor der Kamera, machen „Männchen“ und zeigen ihre gelben Zähne. Und selbst, wenn man sich auf einen Meter nähert, laufen sie nicht...
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06.02.2015 15:58
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