Auf den ersten Blick der beste Trick, um reich zu werden!

Samstag, 12.12.2015 PK

Wissen Sie, was „Wash-Wash“ ist? - Nein, keine Doppelbelastung für Hausfrauen. Unter Wash-Wash versteht man den wohl verblüffendsten Trick, aus wertlosem, schwarzem Papier echtes Geld zu machen. Dazu sind nur ein paar Tropfen einer ominösen Chemikalie und etwas Geduld nötig. Glauben Sie nicht? Gut so! Aber viele andere haben es geglaubt...

Unter ihnen der ehemalige Betreiber einer Postagentur aus Hagen, dem das Schicksal am 15. April 2013 einen bösen Streich spielte: Ein Freund berichtete ihm, zwei Afrikaner könnten mit Hilfe einer Chemikalie Geldscheine verdreifachen. Klingt fast, als wäre „Rumpelstilzchen“ in der Gegenwart angekommen – der konnte auch Stroh zu Gold spinnen.

Um „Spinnerei“ geht es hier allerdings auch 

Das erste Treffen mit den Afrikanern fand in einem Café an der unteren Elberfelder Straße statt. Die beiden ließen sich von unserem „Helden“ einen 100-Euro-Schein geben, packten zwei gleich große, schwarze Papierzettel dazu und wickelten dann alles in Alufolie, nachdem sie das Papier mit einer geheimnisvollen Flüssigkeit beträufelt hatten. Nach einer gewissen „Einwirkzeit“ kam die große Bescherung: Beim Auspacken waren es doch tatsächlich drei Hunderter. Um deren Echtheit zu prüfen, ging der Hagener damit zu einem Geld-Einzahlautomaten. Und zu seiner Überraschung nahm das Gerät die vermeintlich selbst produzierten Banknoten an. Also echtes Geld!

Warum aufhören, wenn’s gerade gut läuft?

Aus den Tresoren seiner Postagenturen holte der Mann darauf 100.000 Euro, aus denen ruck zuck (sorry: wash-wash) 300.000 werden sollten. Dass die Einwirkzeit diesmal 24 Stunden dauern sollte, hat ihn nicht stutzig gemacht. Mehr dauert eben länger. Ist doch klar! Also rein mit den Scheinen in einen Plastiksack, schwarze Zettel dazu und einen ordentlichen Schluck Zaubertrank – fertig. Sie ahnen es bestimmt schon: Am nächsten Tag riss der clevere Geschäftsmann den Sack auf und stellte fest, dass seine 100.000 Euro weg waren. 

Die kleine, gemeine Falle im Strafrecht

Und warum steht der Tölpel vor Gericht? Nun, dummerweise enthält unser Strafrecht ein paar unscheinbare Fallen, die man als Laie leicht überliest. Im Paragraphen § 147 des Strafgesetzbuches – das ist der über das „Inverkehrbringen von Falschgeld“ – ist so eine Falle. Da steht nämlich im Absatz 2 der Satz: „Der Versuch ist strafbar“. Und einen Versuch hat der Hagener in der Tat unternommen – er wurde zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt… und morgen verraten wir Ihnen, wie der Wash-Wash-Trick genau funktioniert!

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Inverkehrbringen von Falschgeld § 147 StGB

Geldfälschung § 146 StGB

Geld an Wäscheleine

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Betrug und Falschgeld: Wash-Wash
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12.12.2015 07:10
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