Familienausflug mit dem Leichenwagen

Donnerstag, 19.03.2015 DOD

Ein Dienstwagen ist eine feine Sache. Er entlastet den Geldbeutel und ist natürlich auch ein Statussymbol. Da klang das Angebot eines Bestattungsunternehmers großzügig: In einer Zusatzvereinbarung zum Arbeitsvertrag versprach er seinem Angestellten einen Dienstwagen, den dieser auch privat nutzen dürfe. Doch der Freude folgte die Ernüchterung. Denn um Geld zu sparen, deklarierte der Bestattungschef einfach den Leichenwagen zum neuen Dienstwagen…

Damit war der Angestellte natürlich gar nicht einverstanden, hatte er doch davor acht Jahre lang einen neutral lackierten VW-Caddy als Dienstfahrzeug gestellt bekommen. „Ein schwarzer Leichenwagen mit Laderaum für den Sarg sei - genauso wie der Caddy - schließlich auch ein Transporter“, argumentierte jedoch der Unternehmenschef, und beharrte auf dem Fahrzeugwechsel.

Transporter ist nicht gleich Transporter

Doch der Arbeitnehmer sah das anders und klagte bis vor das Landesarbeitsgericht Köln. Und bekam schlussendlich Recht. “Es ist einem Angestellten nicht zumutbar, ein solches Fahrzeug für sich und seine Angehörigen in seiner Freizeit privat zu nutzen”, urteilte der Richter. „Ein Leichenwagen steht für den Transport von Toten. Als Gefährt für andere Zwecke ist er nicht passend.“ 

Betriebliche Einsparungen haben eben doch irgendwo ihre Grenzen…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 1.10.2010, Az.: 7 Sa 879/09

Leichenwagen

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Betriebliche Einsparung: Leichenwagen statt VW
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19.03.2015 06:26
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