Eine ganz besondere Form der Altersvorsorge

Sonntag, 29.03.2015 PK

Wie viel Geld braucht man eigentlich, um sich endgültig zur Ruhe zu setzen – sorgenfrei? Frank Bourassa hat es genau ausgerechnet: 250 Millionen Dollar (231.997.030 Euro). Aber weil er die nicht besaß, und mit einem legalen Job auch nicht verdienen konnte, hat er sie kurzerhand selbst hergestellt…

Frank Bourassa ist der wohl erfolgreichste Geldfälscher aller Zeiten. Und auch wenn er schließlich im Jahr 2012 aufflog – ausgerechnet seine Geldfälscherei bewahrte ihn am Ende vor dem Knast. Denn der Kanadier hat dieses „Gewerbe“ zu solch einer Perfektion getrieben, dass ihn nicht einmal der amerikanische Secret Service dingfest machen konnte.  Anscheinend hat niemand gegen einen wie ihn eine Chance.

Hilfe aus Deutschland und der Schweiz

Wie konnte das passieren? Zuerst besorgte sich Bourassa zwei Druckmaschinen von einer Firma aus Heidelberg. Mit Hilfe zweier Briefkastenfirmen beauftragte er dann einen Schweizer Papierhersteller, ihm das Dollar-typische Baumwoll-Leinen-Gemisch zu liefern. Übrigens ein angeblich absolut fälschungssicheres Papier. Schließlich fehlte nur noch das Portrait des amerikanischen Präsidenten Andrew Jackson (*15. März 1767, † 8. Juni 1845), das er von einer Firma im rheinischen Düren bekam. 

Ein zweifelhafter Deal

Verdacht schöpfte keiner der unfreiwilligen Helfer. Also fing Frank Bourassa  an, völlig unbehelligt 20-Dollar-Noten zu drucken. Irgendwann kam ihm der Secret Service (in USA zuständig für Falschgeld; hierzulande die Bundesbank) dann doch auf die Schliche. Anhaben konnten sie ihm aber nichts: Frank Bourassa hatte das nämlich eingeplant. Die Behörden mussten sich darauf einlassen, den Fälscher laufen zu lassen. Dafür musst er ihnen allerdings verraten, wo er seine 200 Millionen falsche Dollars versteckt hatte.

Ausgesorgt hat er auf jeden Fall

Moment mal: Fehlen da nicht 50 Millionen? Genau. Aber davon wusste die Staatsanwaltschaft nichts, die nach dem Deal die Ermittlungen einstellte. Die Fälschergeschichte von Frank Bourassa wird jetzt zum Hollywood-Film. Wie viel Gage er bekommt, ist nicht bekannt. Aber wahrscheinlich auch gar nicht so wichtig. Die 50 Millionen, die der Fälscher noch irgendwo versteckt haben muss, sind nämlich mit bloßem Auge von echtem Geld nicht zu unterscheiden. 

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Geldfälschung § 146 StGB

Geld im Bett

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250.000.000 Dollar Falschgeld als Altersversorgung
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29.03.2015 10:44
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