Die Insolvenz der Prominenz

Mittwoch, 10.12.2014 PK

Sie verdienen Millionen, leben in Saus und Braus, und plötzlich heißt es: Pleite! Schauspieler, Sänger, Sportler – die Liste der Stars, die ohne Vermögen, dafür aber hoch verschuldet dastehen, wird immer länger.

Verdammt eng wird es nun auch für den Schlagersänger Roberto Blanco. Weil er seiner Ex-Frau Unterhalt (angeblich etwa 150.000 Euro) schuldet, ist seit Monaten der Gerichtsvollzieher hinter ihm her. Am 15. März 2014 kam es deshalb zum Showdown, als bei dem Sänger die sogenannte „Taschenpfändung“ durchgeführt wurde. 

Taschenpfändung und andere Nettigkeiten

Sie wissen nicht, was das ist? Das ist eine nette kleine Sonderart der Pfändung, über die Wikipedia folgendes sagt: “Eine Taschenpfändung ist die körperliche Durchsuchung des Schuldners im Rahmen der Zwangsvollstreckung, also die Durchsuchung der von dem Schuldner im Zeitpunkt der Durchsuchung getragenen Kleidung. Bewirkt wird die Taschenpfändung durch den Gerichtsvollzieher, wobei für die Durchsuchung weiblicher Schuldner eine weibliche Hilfsperson und für die Durchsuchung männlicher Schuldner eine männliche Hilfsperson hinzuzuziehen ist.“ Doch angeblich förderte die bei Roberto Blanco lediglich 59,90 Euro zu Tage. Und der Audi Q7, mit dem der gefallene Star gerade zufällig unterwegs war, durfte nicht gepfändet werden, weil er Blancos neuer Frau Luzandra gehört. Dumm gelaufen.

Wer hoch fliegt, fällt tief

Doch der notorische Gute-Laune-Sänger ist nicht der Einzige, dem der Gerichtsvollzieher gerne und immer wieder einen Besuch abstattet:

Ebenfalls von ganz oben Anfang der 90er Jahre bis nach ganz unten im Jahr 2001 ging die Schuldenkarriere von Matthias Reim („Verdammt, ich lieb dich“). Der Barde hatte sich mit Immobilien verspekuliert und meldete satte 11 Millionen Euro Schulden im Insolvenzverfahren. Immerhin ist er inzwischen wieder schuldenfrei, während der seit Sommer 2013 insolvente Schlagersänger Jürgen Marcus („Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“) wohl noch einige Jährchen mit seiner Pleite zu kämpfen hat. Anders ist dafür Sängerin Michele wieder auf dem Weg nach oben, nachdem sie 2005 mit einem Hundesalon scheiterte und 2008 die Zwangsversteigerung ihrer Häuser mit ansehen musste.

Das „Who’s Who“ der Eitelkeiten 

Die Liste der Stars in Geldnot ist unendlich: Boris Becker steht drauf, ebenso US-Schauspieler Nicholas Cage (20 Mio. Dollar Steuerschulden), Sängerin Tony Braxton (bereits zweimal Insolvenzantrag gestellt), Ex-Boxer Mike Tyson (30 Mio. Dollar Schulden).

Von der Couch in den Dschungel

Und wie kommt das? Psychologen sagen: Eitelkeit gepaart mit Gier und Ahnungslosigkeit ist eben eine verdammt unglückliche Kombination. Das einzige Geschäftsmodell, was einem dann noch hilft, heißt „Dschungelcamp“: Eitel darf man sein, Ahnung braucht man keine, und die Gier hilft vielleicht, die Würmer runterzukriegen – Hauptsache, die Gage stimmt. 

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Restschuldbefreiung (§§ 286 ff. InsO), Taschenpfändung (§ 808 Abs. 1 ZPO), Zwangsvollstreckung (§ 750 ZPO)

Insolvenz

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10.12.2014 08:51
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