Die mysteriösesten Mordfälle

Samstag, 22.04.2017

Einem spannenden Mordfall kann einfach niemand widerstehen! Nicht nur als Krimiroman oder im „Tatort“, auch reale Mordfälle bewegen immer wieder die Gemüter. Auch solche „Fallklassiker“ wie die Morde in Hinterkaifeck werfen immer noch Fragen auf – Grund genug für viele Hobby-Detektive im Netz, fleißig neue Theorien aufzustellen. Wir haben fünf der mysteriösesten Mordfälle beleuchtet. Rätseln Sie mit!

Fälle aus den USA

Der Fall des „Engels mit den Eisaugen“

An dem Mordfall Meredith Kercher kam man Ende der 2000er Jahre nicht vorbei. Die Boulevard-Medien überschlugen sich: Ritualmord! Sexorgie! Satanismus! Vier Austauschstudentinnen teilten sich im italienischen Perugia eine Wohnung. Die Britin Meredith Kercher wurde im November 2007 tot in ihrem Zimmer gefunden. Nackt, mit durchtrennter Kehle. Der Verdacht fiel schnell auf ihre Mitbewohnerin, die Amerikanerin Amanda Knox sowie deren Freund Raffaele Sollecito. Sie sollten Kercher nach einer Sexorgie getötet haben. Fest steht bis heute, dass die Tat nicht allein begangen wurde. Die Stichverletzungen an Kerchers Körper belegen das. Aber waren Knox und Sollecito wirklich schuldig? Eine Odyssee quer durch die italienische Justiz begann: Zweimal wurden die Hauptverdächtigen schuldig- und wieder freigesprochen, 2015 zum letzten Mal. Der italienischen Polizei wurde Schlampigkeit vorgeworfen. Da letztendlich keine DNA von Amanda Knox und ihrem Freund am Tatort gefunden wurde, kamen sie schließlich frei. Der Ivorer Rudy Guede wurde hingegen des Mordes für schuldig gesprochen. Doch wer waren die weiteren Täter? Guede beteuerte noch 2016 in einem Fernsehinterview, er sei nicht der Schuldige, nur der Verurteilte.

Vom Mordfall zum Internet-Hype: Der „Serial“-Podcast

Das schlug ein wie eine Bombe: Eine Journalistin rätselt über einen Mordfall, und die Zuhörer können Woche für Woche mitraten. Im amerikanischen Podcast „Serial“ schauten die Zuhörer der „Ermittlerin“ Sarah Koenig zwölf Episoden lang über die Schulter. Er löste einen richtigen Internet-Hype aus. Die ganze Netz-Gemeinde diskutierte über den Fall mit - und der ging so: Die 17-jährige Hae Min Lee verschwand im Januar 1999 in der Nähe von Baltimore und wurde später tot in einem Park gefunden – erwürgt. Als Hauptverdächtiger galt nach kurzer Zeit ihr Ex-Freund, der ebenfalls 17-jährige Adnan Syed. Denn sein Kumpel Jay belastete ihn schwer: Adnan sollte Jay den Mord gestanden und ihn dazu angestiftet haben, ihm beim Vergraben der Leiche zu helfen. Adnan bestritt dies seither, kann aber auch kein Alibi für die Tatzeit vorweisen. Er sitzt seit 2000 in lebenslänglicher Haft. Zu Recht? „Serial“ deckt in zwölf Episoden Schwachstellen der polizeilichen Ermittlung auf, fördert aber auch wieder viele Indizien zu Tage, die Adnan schwer belasten. Hat Jay gelogen? Warum wurde eine wichtige Zeugin nie verhört? Und waren die Satellitendaten von Adnans Handy wirklich aussagekräftig? Und der Krimi geht auch seit der letzten Episode des Podcast weiter: Im Juli 2016 hat der zuständige Richter angeordnet, dass Adnan Syed einen neuen Prozess bekommt. Bis es soweit ist, kann es aber noch dauern. Bis dahin sei jedem, der des Englischen mächtig ist, die erste Staffel des Podcast empfohlen: serialpodcast.org

Fälle aus Deutschland

Das unbekannte Mädchen aus dem Main

Dieser Fall ging den zuständigen Ermittlern besonders nahe. Im Sommer 2001 trieb die Leiche eines jungen Mädchens an das Ufer des Mains. Es war nackt in ein Bettlaken gehüllt und mit einem Sonnenschirmständer beschwert worden. Was schon traurig genug war, entwickelte sich zu einer internationalen Spurensuche. Denn bei der Obduktion fand man heraus: Die Teenagerin wurde seit frühester Kindheit misshandelt. Ihr Tod war durch brutale Schläge oder Tritte in den Oberkörper und Bauch herbeigeführt worden. Ein DNA-Test bestätigte außerdem ihre Herkunft aus Nordindien, Pakistan oder Afghanistan. Daher begann jetzt eine Fahndung nach Indizien, die sich nicht nur auf den Frankfurter Raum beschränkte. Auch in den genannten Ländern ließ die Frankfurter Kripo Fahndungsplakate aufhängen, jeweils in verschiedenen Sprachen. Unzählige mögliche Zeugen wurden verhört. Eine traurige Theorie der Kripo lautete, dass die Unbekannte in Deutschland als Dienstmädchen angestellt und von ihrem Arbeitgeber misshandelt worden war. Denn es hatte bereits ähnliche Fälle gegeben, nur hatten die betroffenen Mädchen rechtzeitig fliehen können. Das Mädchen aus dem Main ist bis heute eine Unbekannte.

Die Autofahrt einer Sterbenden

Der Fall der Maria-Luise Artmeier gehört zu den ältesten ungelösten Morden in München. Am 25. Juni 1974 fuhr ein roter Ford Escort nachts unkontrolliert über die Schleißheimer Straße, schleuderte über den Gehweg, erfasste zwei Passantinnen und blieb schließlich liegen. Am Steuer saß die bewusstlose Maria-Luise Artmeier, ihr Herz war von einem gezielten Messerstich durchbohrt worden. Trotz der Verletzung war sie noch 200 Meter weit gefahren. Der ungewöhnliche Tatort – das Auto – wies keinerlei Hinweise auf den Täter auf. Auch die Tatwaffe wurde nie gefunden. Das Opfer war an dem Abend der Tat mit Freunden zum Essen verabredet gewesen. In der Wertherstraße stieg Artmeier in ihr Auto. Die Polizei geht davon aus, dass ihr Mörder ihr dort aufgelauert haben muss. Möglich ist auch, dass sie ihn kannte und zu sich ins Auto steigen ließ.

Der 6-fach-Mord von Hinterkaifeck

Dieser äußerst gruselige Fall bewegt bis heute die Fantasie von Touristen, Hobby-Detektiven und Krimiautoren gleichermaßen. Im Jahr 1922 wurde auf einem einsamen Einödhof bei Ingolstadt eine 5-köpfige Familie sowie eine Dienstmagd erschlagen. Erst vier Tage später fand eine Delegation aus dem nächsten Dorf die Mordopfer. In der Zwischenzeit wurde aber das Vieh weiter versorgt und die Polizei fand auch weitere Hinweise, dass der oder die Mörder sich noch tagelang am Tatort aufgehalten haben sollen. Da läuft es einem kalt den Rücken herunter! Zu den Mordopfern gehörten auch zwei kleine Kinder. Keiner der Toten wies Abwehrverletzungen auf, man ging deshalb davon aus, dass sie ihren Mörder kannten. Wilde Theorien entwickelten sich: Der eigentlich im Krieg gefallene Ehemann der Hofbesitzerin soll zurückgekehrt sein, um sich zu rächen. Denn die Frau wurde wohl jahrelang von ihrem Vater missbraucht, ihr zweijähriger Sohn soll ein Produkt dieser Beziehung gewesen sein. 2007 befassten sich 15 Schüler der Polizeihochschule Fürstenfeldbruck noch einmal mit dem Fall. Auch sie gingen von emotionalen Morden mit Vorbeziehung der Opfer zum Täter aus. Was in dem Bericht der Polizeischüler steht, darf nicht an die Öffentlichkeit dringen. Aber sie haben wohl einen Hauptverdächtigen ausgemacht. Den Einödhof gibt es heute nicht mehr, er wurde ein Jahr nach den Morden abgerissen.

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22.04.2017 09:30
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