Christine Kaufmann: Die haarige Debatte über die Bikinizone

Sonntag, 05.10.2014 PK

In ihrem Buch „Lebenslust“ äußert sich die Schauspielerin Christine Kaufmann über die weibliche „Intimfrisur“. Sie fordert: Tragt wieder mehr Schamhaar. Nun kann man sich natürlich fragen, ob das überhaupt einer wissen will. Auf jeden Fall schon einmal „Danke“ für diese Bilder im Kopf.

Eine Lanze geht zu Bruch

Wir würden uns mit diesem Thema nicht beschäftigen, hätte es nicht auch zwei juristische Aspekte. Erstens, weil Frau Kaufmann öffentlich sagte: Die Schambehaarung sollte wie ein kleiner Garten gepflegt werden. Und sie wolle eine Lanze für mehr Schamhaar brechen. Lassen wir dahingestellt, wessen Lanze da im Kaufmännischen Garten zu Bruch gehen soll – wie eine Drohung klingt es allemal. 

Der zweite Aspekt ist aber durchaus praxisnäher: Wer die Pflege seines Gartens dem professionellen Figaro überlässt, sieht sich bisweilen mit schmerzhaften Problemen konfrontiert. 

4000 € Schmerzensgeld

Nach mehreren Sitzungen bei einem „Fachinstitut für schnelle, sichere und dauerhafte Haarentfernung“ stellte eine 22-jährige Kundin  schmerzhafte Rötungen im Intimbereich fest. Sie hatte sich einer sogenannten IPL-Xenon-Licht-Behandlung unterzogen, bei der die Haarwurzeln in der Bikinizone verödet werden sollten. Die Folge war jedoch eine Pigmentveränderung in der Haut. Das „Fachinstitut“ wurde verurteilt, der Kundin 4000 € Schmerzensgeld zu zahlen, sowie alle zukünftigen Kosten, die durch die fehlerhafte Behandlung noch entstehen werden zu übernehmen.

Aus die Laus

Auch wenn die inzwischen in die Jahre gekommenen Ikonen - so zeigt Madonna etwa wieder Achselhaar (unsere Kanzlerin übrigens auch) -  sich wieder für mehr weibliche Körperbehaarung einsetzen, bei den jüngeren kommt dieser Pseudotrend nicht an. Und das hat aus Sicht von Basil Donovan, dem Chef des „Instituts für sexuelle Gesundheit an der Universität New South Wales/Australien“, etwas Gutes: Die Schamhaare zu rasieren, hat in den letzten Jahren fast zu einem Aussterben der Filzlaus geführt. Auch hierfür: Danke für die Bilder.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Amtsgericht Wuppertal: 94 C 28/11, Urteil vom 27.04.2012

Strandszene mit Hut und Schlappen

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