Zirkus-Gastspiel mit Wildtieren ist erlaubt

Montag, 06.03.2017

Ein Zirkus mit wilden Tieren verstößt nicht gegen das Tierschutzgesetz, hat jetzt das Oberverwaltungsgericht Lüneburg entschieden. Damit darf der Zirkus "Charles Knie" 2017 in Hameln gastieren.

Zirkusbesucher in Hameln werden auch weiterhin Vorführungen mit Wildtieren erleben.Das geht aus einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Lüneburg hervor (Beschl. v. 02.03.2017, Az. 10 ME 4/17). Die Richter erklärten ein zuvor erlassenes Verbot des Stadtrats nun auch in zweiter Instanz für rechtswidrig. Damit ist der Weg für das geplante Gastspiel von Zirkus „Charles Knie“ mit seinen Kängurus, Lamas und Zebras für 2017 endgültig frei.

Die Vorgeschichte

Dem richterlichen Entscheid war ein Rechtsstreit zwischen dem in Einbeck ansässigen Zirkus und dem Stadtrat von Hameln vorausgegangen. Dieser hatte zunächst beschlossen, einem Wanderzirkus mit Wildtieren keine kommunalen Flächen zur Verfügung zu stellen. Der Zirkus ging gegen diese Entscheidung vor Gericht – mit Erfolg. Die Verwaltungsrichter in Hannover gaben dem Zirkusbetreiber in einem Eilverfahren Recht. Sie machten dabei zugleich deutlich, dass ein generelles Verbot von wildlebenden Tieren im Zirkus nur vom Bund erlassen werden könne, was derzeit nicht der Fall sei. Dem Stadtrat fehle somit die Berechtigung, sich mit einer kommunalrechtlichen Entscheidung über geltendes Bundesrecht hinwegzusetzen.

Recht zur Berufsausübung im Vordergrund

Mit der finalen Entscheidung des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts (OVG) ist der Einspruch der Stadtoberen gegen diese Entscheidung nun gescheitert. Auch die Lüneburger OVG-Richter verwiesen auf die geltenden Rechte des Zirkusbetriebs zur Berufsausübung. Mit einer Verweigerung öffentlicher Flächen würde dieses Recht massiv beschnitten, zumal der Zirkus im konkreten Fall über eine tierschutzrechtliche Erlaubnis verfüge, Wildtiere zu halten.

Formale statt inhaltliche Debatte

Tierschützer machen immer wieder geltend, dass die Haltung von Wildtieren im Zirkus Tierquälerei sei. Ohne Gewalt gebe es keine Dressur und gerade der ständige Wechsel bei den Auftrittsorten verursache den Tieren zusätzlichen Stress. Tierschutzorganisationen fordern daher strengere Regeln oder ein generelles Verbot für Wildtiere im Zirkus. Über dieses Thema hatten die Richter in Hannover und Lüneburg aber aktuell nicht zu entscheiden.  

        

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