Vater manipuliert Kinder und darf sie nur noch in Begleitung sehen

Samstag, 17.06.2017

Wenn Eltern auch die Kinder in ihre Ehe-Schlammschlacht hineinziehen, versteht das deutsche Recht zum Glück keinen Spaß. Nachdem ein Vater seine Kinder gegen seine Ex-Frau aufgehetzt hatte, darf er sie nur noch im Beisein eines Jugendamt-Mitarbeiters sehen. Seine Beschwerde wurde vom OLG Oldenburg abgewiesen. So wurde das Urteil begründet.

Das OLG Oldenburg musste Anfang des Jahres über einen traurigen Sorgerechtsfall entscheiden. Jetzt wurde das Urteil veröffentlicht. Das war die Ausgangslage:

  • Ein Vater hatte das Umgangsrecht für seine beiden Kinder (fünf und acht Jahre alt),
  • das alleinige Sorgerecht lag bei der Mutter.

Nach einem Aufenthalt der Kinder mit der Mutter in der Türkei setzte der Vater sie unter Druck. Die Kinder sollten gegenüber dem Jugendamt erklären, ihre Mutter habe sie geschlagen und mehrmals allein gelassen. Das entsprach nicht der Wahrheit. So wollte er erzwingen, dass der Mutter das Sorgerecht entzogen wird. Die Kinder konnten die Lügengeschichte aber nur kurze Zeit aufrechterhalten. Das Amtsgericht hatte daraufhin den begleiteten Umgang angeordnet. Der Vater darf seither seine Kinder nur noch unter Aufsicht des Jugendamts treffen. Dagegen hatte er beim OLG Oldenburg Beschwerde eingelegt.

Kindeswohl gefährdet wegen Hetze gegen die Kindesmutter

Der Vater argumentierte gegen die Anordnung. Er habe ein gutes Verhältnis zu seinen Kindern. Außerdem hab seine Ex-Frau die Kinder mit in die Türkei genommen, ohne sich mit ihm abzusprechen. Das Gericht lehnte seine Beschwerde trotzdem ab. Das Wohl der Kinder sei stark gefährdet, wenn der Vater sie weiterhin ohne Aufsicht sehen darf. Es bestehe die konkrete Gefahr, dass er die Mutter weiterhin vor den Kindern herabsetzen werde. Mit dem begleiteten Umgang sollen die Kinder vor den Manipulationen des Vaters geschützt werden.

Was tun, wenn der Ex-Partner die Kinder aufhetzt?

Sie haben den Verdacht, Ihr Ex-Partner oder Ihre Ex-Partnerin macht Sie vor den Kindern schlecht? Suchen Sie zunächst das Gespräch. Als Eltern haben Sie beide die Pflicht, sich für das Wohl der Kinder zusammen zu raufen. Bringen Gespräche nichts, sollten Sie das Jugendamt einschalten. Die Mitarbeiter sind dafür geschult, Konflikte in Familien friedlich zu lösen. Erst, wenn diese Maßnahme keinen Erfolg zeigt, sollten Sie gegen Ihren Ex-Partner klagen. Das Familiengericht kann z.B. ein Zwangsgeld verhängen, wenn eines der Elternteile versucht, die Kinder dem Ex-Partner vorzuenthalten.

Textbezogenes Urteil:

Oberlandesgericht Oldenburg, Hinweisbeschluss vom 17.01.2017 - 4 UF 5/17

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17.06.2017 10:00
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